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AGDF Aktuell

 

Mitgliederrundbrief

Nr. 298 Mai 2026

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Inhalt dieser Ausgabe
  • Vorwort
  • Nachrichten aus dem Dachverband
  • Ökumenische Friedensarbeit
  • Politische Aktionen
  • Tagungen und Kongresse
  • Politische Bildung und Qualifizierung
  • Kriegsdienstverweigerung
  • Service Informationen und Berichte
  • Stellenausschreibungen
  • Kontakt und Impressum
 
Vorwort

Moin, moin,
liebe Freundinnen und Freunde,

die große Zahl an Kriegen und despotisch bzw. autoritär regierten Staaten, die immense Konzentration an Besitz, (patriarchale) Herrschaftssysteme und Machtstrukturen – es gibt vieles, was mich daran zweifeln lässt, dass es in Bälde eine friedlichere und gerechtere Welt geben könnte.

Da hilft mir ein Perspektivwechsel: die Menschheit hat über viele Jahrtausende friedlich und weitgehend gleichberechtigt gelebt. Die These, dass wir uns die Köpfe einschlagen, wenn man uns auf einer einsamen Insel aussetzt, wurde von Archäologen und Anthropologen widerlegt. Erst mit Sesshaftigkeit, Besitztum, enger Besiedlung und schließlich etablierten Herrschaftsstrukturen begannen die kriegerischen Auseinandersetzungen.

Die Begeisterung, für Herrschende in den Krieg zu ziehen, blieb aber gering. Frauen waren immer schon kritischer gegenüber Kriegen, Männer müssen i.d.R. erheblich verbogen werden, damit sie als Kämpfer taugen. Nicht umsonst braucht es Kriegspropaganda. Die gute Nachricht ist also: die Menschheit ist durchaus willens und in der Lage, friedlich zusammen zu wohnen. Zudem gab es in den letzten beiden Jahrhunderten beachtliche zivilisatorische Fortschritte.

Dies beantwortet aber nicht die Frage, wie wir die aktuellen Entwicklungen drehen können, damit kriegerische Gewalt und Ungerechtigkeit wieder abnehmen und die Menschheit sich gemeinsam um die Herausforderungen kümmert, vor denen wir stehen. Um nicht zu verzweifeln, hilft mir die Osterbotschaft: Jesus hat den Tod am Kreuz überwunden, er ist auferstanden! Die Botschaft der Gewaltfreiheit hat letztlich die Oberhand behalten. Wenn wir weiter aktiv bleiben, Prozesse vorantreiben und andere überzeugen mitzumachen, werden wir schon den richtigen Weg finden – mit Gottes Hilfe.

Viel Erfolg und Spaß bei und neben der Arbeit wünscht Ihnen und Euch auch im Namen der Geschäftsstelle.
Schalom

Jan Gildemeister

Lieteraturhinweise: 

Irene Dänzer-Vanotti: Ist Krieg verlernbar? Anmerkungen für Friedenssuchende. In: Religion - Die Dokumentation, Bayern 2, Podcast 5. April 2026, https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:9d464fb0b847f4ed/

Ralph Gerstenberg: Rutger Bregman - Warum der Mensch im Grunde gut ist. In: Andruck - Das Magazin für Politische Literatur, Deutschlandfunk, Audio-Archiv 8. Juni 2020, https://www.deutschlandfunk.de/rutger-bregman-warum-der-mensch-im-grunde-gut-ist-100.html

 

 
Nachrichten aus dem Dachverband
Vorstand

Der Vorstand tagt wieder am 28./29. Juni. Dabei wird er auch über Projektanträge von Mitgliedern zur Förderung aus dem friedenspolitischen Fonds entscheiden.

Mitgliederversammlung

Die nächste Mitgliederversammlung findet wieder in zwei Teilen statt: Am 15. September, 17-19:30 Uhr, geht es online um Finanzen und den Bericht 2025. Am 25. - 26. September 2026 in Stuttgart wird wieder der Umgang mit (welt-) politischen Entwicklungen Schwerpunkt sein. Gewünscht werden neben zwei kirchlichen Positionen Stimmen von zwei Trägern und ihren internationalen Partnerorganisationen. Falls in den Tagen Vertreter*innen in Deutschland sein sollten, meldet euch bitte bei Jan Gildemeister. Außerdem wird der Vorstand neu gewählt – Kandidaturen sind erwünscht!!!

Fachbereichsitzungen

Der Fachbereich III traf sich am 21. - 23. April 2026 in Berlin, auch um politische Gespräche zu führen.

 
 
Politische Aktionen

AGDF-Mitgliedschaft

Dein NEIN zur Wehrpflicht - Postkarte jetzt online unterzeichnen

Anlässlich des Internationalen Tages der Kriegsdienstverweigerung am 15. Mai plant das Netzwerk Friedenskooperative tausende Postkarten an die Abgeordneten des Bundestags zu senden, um damit den Protest gegen die Wehrpflicht zum Ausdruck zu bringen. Alle Abgeordneten erhalten einen Brief, dem exemplarisch unterzeichnete Postkarten sowie ein Anschreiben beiliegen werden, in dem das Netzwerk seine zentralen Forderungen und Beweggründe noch einmal darlegt.

Unterschreibe jetzt, damit auch deine Postkarte nach Berlin geschickt werden kann!

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Andere

Bündnis für Gemeinnützigkeit: Reformvorschläge für das Gemeinnützigkeitsrecht

Das Gemeinnützigkeitsrecht ist geprägt von strukturellen Defiziten, Lücken und trägt in verschiedener Hinsicht eher zur Verunsicherung der Zivilgesellschaft als zur Rechtssicherheit bei. Das Bündnis für Gemeinnützigkeit hat 23 konkrete Reformvorschläge für das geltende Gemeinnützigkeitsrecht entwickelt und diese als Beitrag zum „Zukunftspakt Ehrenamt“ der Bundesregierung eingebracht. Policy Paper und Forderungsliste bringen dazu eine Einordnung, gute Praxisbeispiele, ein Q&A und viele gute Gründe, weshalb es jetzt eine Reform des Gemeinnützigkeitsrechts braucht.

.ausgestrahlt: „Kein Atom-Deal mit Putin!“ – Deine Unterschrift zählt


Mitten im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine will die Bundesregierung dem russischen Staatskonzern Rosatom die Tür zur europäischen Atomindustrie öffnen. Der direkt dem Kreml unterstellte Technologieriese, der auch die russischen Atomwaffen baut, will in die AKW-Brennelementefertigung im niedersächsischen Lingen einsteigen. Die dortige Atomfabrik will so ihre Produktion ausweiten – mit Putin am Schalthebel. Das ist sicherheitspolitischer Irrsinn.
Doch die Atom-Kooperation mit dem Kreml in Lingen kann nur starten, wenn der niedersächsische Umweltminister Christian Meyer (Grüne) dafür grünes Licht gibt. Die Bundesregierung hat Meyer eine Genehmigung des Projekts nahegelegt. An diese „Empfehlung“ ist Meyer jedoch nicht gebunden. Bisher hat er sich stets kritisch gegenüber dem Projekt geäußert. Damit das so bleibt, braucht .ausgestrahlt jetzt Deine Unterstützung! Lass mit Deiner Unterschrift Christian Meyer wissen, dass Du hinter ihm stehst, wenn er entscheidet: Kein Atom-Deal mit Rosatom!

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Petition für ein Gesetz zur Untersagung der Nutzung deutschen Hoheitsgebiets und Luftraums für völkerrechtswidrige Militäreinsätze

Martin Singe und Armin Lauven planen eine Petition zur Verhinderung weiterer Unterstützungen von völkerrechtswidrigen Kriegen auf den Weg bringen. Sobald sie eine erste ansehnliche Zahl von Unterzeichnungen zusammen haben, soll die Petition - mit einer parallelen Pressemitteilung - an den Petitionsausschuss des Bundestages gehen. Evtl. soll die Petition dann auch ins online-Portal des Ausschusses gestellt werden.

Den Petitionstext und eine Unterschriftsliste können bei den Initiatoren per E-Mail angefordert werden: Martin Singe martin.singe@t-online.de / Armin Lauven ArminLauven@gmx.de

 

 
Tagungen und Kongresse
30 Jahre IGH-Gutachten – Ein Meilenstein auf dem Weg zur vollständigen Ächtung von Atomwaffen – und heute noch aktuell?

21. Juni 2026 (mit Vorprogramm am 20. Juni 2026), Hannover

Vor 30 Jahren veröffentlichte der Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag ein Gutachten über die Anwendung von Atomwaffen, das bis heute für die Auslegung des geltenden Völkerrechts maßgebliche Bedeutung hat. Initiiert wurde dieses wegweisende Gutachten ab 1992 durch das World Court Project – einer internationalen zivilgesellschaftlichen Kampagne, die insbesondere von der IPPNW, der IALANA und dem IPB organisiert und gefördert wurde. Gemeinsam überzeugten die Organisationen die UN Generalversammlung davon, das Gutachten beim Internationalen Gerichtshof in Auftrag zu geben.
Aus diesem Grund nehmen die drei Organisationen hinter dem World Court Project den 30. Jahrestag des Gutachtens zum Anlass, um erreichte Erfolge vor dem Hintergrund der heutigen, globalen Herausforderungen zu diskutieren. Dazu gehört auch ein Blick auf den 2021 in Kraft getretenen UN Atomwaffenverbotsvertrag. Welche Bedeutung haben das Gutachten und der Vertrag in der heutigen Weltlage? Was braucht es heute, um die weltweite und vollständige nukleare Abrüstung wieder weiter voranzubringen?

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Bibel, ökumenische Theologie und das Recht im Kontext der gegenwärtigen Gefährdungen der Völkerrechtsordnung

8. - 10. Mai 2026, Heidelberg

Wir erleben zur Zeit lebensgefährliche Krisen. In allen spielt die Missachtung und Beschädigung der Rechtsordnung eine wichtige Rolle. Darf das Kirchen und Theologie unberührt lassen? Und könnten und müssten diese von ihrer biblischen Grundlage her einen Beitrag für eine Bewältigung der Krisen leisten?

Das Blockseminar wird dies an drei Fallbeispielen untersuchen, und zwar interdisziplinär unter Teilnahme von Norman Paech, Professor emer. für Politikwissenschaft und für Öffentliches Recht an der Universität Hamburg, Gerd Theißen, Professor emer. für neues Testament und Ulrich Duchrow, a.o. Prof. für Systematische Theologie, beide an der Univ. Heidelberg:

  1. Apartheid und Völkermord in Israel-Palästina.
  2. Militarisierung
  3. Zerstörung der Lebensbedingungen

Wenn Sie weitere Informationen zum Blockseminar wünschen oder sich anmelden möchten, wenden Sie sich bitte an Ulrich Duchrow unter der E-Mail-Adresse ulrich.duchrow@ts.uni-heidelberg.de.

 

 
 
Publikationen

Kriegsuntüchtigkeit als Chance. Essays gegen den Krieg und für zivile Konfliktlösung. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Hartmut Rosa. Hg. von Hermann Theisen. Münster: Graswurzelrevolution, 2026

In dieser Anthologie kommen Autor*innen aus sehr unterschiedlichen Disziplinen und Lebenswelten zu Wort. Sie gehen in ihren Essays der Frage nach, warum wir explizit kriegsuntüchtiges Denken und Handeln brauchen, um die Krisen unserer Zeit zu bewältigen.

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Sonderausgabe: Zeitung gegen den Krieg Nr. 62 für die Schulstreikaktionen am 8. Mai 2026

Anlässlich der Schulstreikaktionen am 8. Mai erscheint diese neue Sonderausgabe der Zeitung gegen den Krieg (ZgK) Nr. 62 mit Beiträgen

  • von Stimmen aus Schulen und Gewerkschaftsjugend
  • von Stimmen aus der Gesellschaft zur Unter­stützung der Schulstreiks
  • zum Zusammenhang von Wehrpflicht, „Kriegstüchtigkeit“, Feindbildern und Konfrontationspolitik.

Autorinnen und Autoren der neuen ZgK-Ausgabe: u.a. Martin Sonneborn, Thilo Hartmann, Andrea Hornung, Yannik Kiesel, Ulrike Eifler

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Service Informationen und Berichte
 

Ausstellung "Frieden schaffen"

Die Leihausstellung von Ausstellung-Leihen porträtiert rund zwanzig Persönlichkeiten aus dem deutschsprachigen Raum, die sich für den Frieden einsetzen. Sie stellt ebenso historische sowie lebende Persönlichkeiten vor und präsentiert auch Menschen, die weniger bekannt sind.

Die Ausstellung bietet einen guten Einstieg für die Auseinandersetzung mit dem Thema. Vier Tafeln geben einen Ausblick auf die Friedensarbeit und ermöglichen den Besuchern, sich eingehend mit dem Thema zu beschäftigen.

Über QR-Codes kommen Besucher*innen in einen virtuellen Ausstellungsraum. Dort finden sie weiterführende Informationen zu Friedensinitiativen und Strategien zur Konfliktlösung, können Videos und Audios abrufen.

Ausstellung-Leihen ist Teil des Campus Kommunikation der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und des Evangelischen Presseverbands für Bayern e.V. (EPV).

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Impressum

AGDF -aktuell ist ein interner Newsletter und stellt für unsere Mitglieder relevante Informationen zusammen. Diese geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Quelle ist, wenn nicht anders angegeben, die angege-bene Internetseite. Aktionen, Veranstaltungen und Aufrufe der AGDF sind als solche gekennzeichnet. Neue Abonnent*innen können sich auf der Homepage ein­tragen. In jedem Newsletter gibt es einen Link zum Abmelden.

Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe: 26.05.2026
Nachdruck und Verteilen erlaubt; Hinweise erbeten.

Herausgeber:

AGDF e.V., Endenicher Str. 41, 53115 Bonn Tel. 0228-24999-0, Fax 24999-20
agdf@friedensdienst.de
Internet: www.friedensdienst.de
Redaktion: Jan Gildemeister; Wilhelm Maier

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