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AGDF Aktuell

 

Mitgliederrundbrief

Nr. 300 Juli 2026

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Inhalt dieser Ausgabe
  • Vorwort
  • Nachrichten aus dem Dachverband
  • Ökumenische Friedensarbeit
  • Politische Aktionen
  • Tagungen und Kongresse
  • Politische Bildung und Qualifizierung
  • Kriegsdienstverweigerung
  • Service Informationen und Berichte
  • Stellenausschreibungen
  • Kontakt und Impressum
 
Vorwort

Moin, moin,
liebe Freundinnen und Freunde,

die Hitze Ende Juni in Deutschland, aber auch in Frankreich hat die Menschen unterschiedlich betroffen, abhängig von Alter und Gesundheit, Wohnort und sozialer Lage, Art der Erwerbstätigkeit etc. Viele waren auf die Solidarität anderer angewiesen.

An diesem im wahrsten Sinne des Wortes Brennpunkt zeigen sich viele Probleme bzw. Herausforderungen. Die wachsende Schere in Einkommen, Bildung, sozialer Lage etc. wirkt sich sehr konkret aus: Während die Zahl der privaten Pools wächst, mussten viele kommunale Schwimmbäder schließen. Manche können mit Klimaanlagen oder Verreisen der Hitze entkommen, andere erkranken oder sterben an den Hitzefolgen. Die aktuelle Politik (nicht nur) in Deutschland ist destruktiv: öffentliche Mittel, die benötigt werden, um mit den Folgen der Erderhitzung auf den verschiedenen Ebenen (strukturell, Angebote für besonders betroffene Zielgruppen) reagieren zu können, werden immer weniger, die soziale Umverteilung von unten nach oben wird fortgeführt. Und damit sind wir schnell bei der fehlenden Klimagerechtigkeit, bei uns im Land und weltweit.

Manches kann durch solidarisches Handeln partiell aufgefangen werden. Auf der individuellen Ebene zeigen Untersuchungen, dass häufig gerade diejenigen solidarisch handeln, die vergleichsweise wenig haben. Proportional spenden Menschen mit geringem Einkommen deutlich mehr, als reiche. Sehr Wohlhabende schirmen sich mit Stacheldraht und Sicherheitsdiensten ab, andere achten auf diejenigen, die in ihrem sozialen Umfeld wohnen.

Solidarisches Handeln erfolgt zudem auf zivilgesellschaftlicher Ebene, durch Initiativen, Kirchengemeinden, Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, Nichtregierungsorganisationen. Sie füllen Lücken, in denen staatliche und internationale Institutionen versagen. Zumeist ist dies verbunden mit der Forderung, dass der Staat doch bitte seiner Fürsorgepflicht nachkommt und für mehr soziale Gerechtigkeit sorgt. Und da sind wir leider schon wieder bei der aktuell destruktiven Politik: kritische Zivilgesellschaft ist lästig, auch für Wirtschaftslobby, Klüngel u.a., daher wird ihr das Leben schwergemacht; in Deutschland, wie weltweit.

Die Regierung versucht gerade, viele Reformvorhaben auf die Spur zu setzen, die einerseits notwendig sind, andererseits haben viele Vorschläge eine soziale Schieflage. Bis Mitte Juli wird wohl die Bundesregierung ihre Eckpunkte für den Haushalt 2027 und die mittelfristige Finanzplanung vorlegen. Planungen zur Kürzung des Wohngeldes u.a. Pläne für Streichungen zu Lasten sozial Schwachen, Debatten über die Entwicklungs-zusammenarbeit – dies alles ist vermutlich ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns im Sommer erwartet. Vielleicht kühlen Erfolge der Deutschen Fußballnationalmannschaft der Herren ja die Gemüter ein wenig ab, aber wir brauchen dringend eine Diskussion über die solidarische Funktion des Staates.

Viel Erfolg und Spaß bei und neben der Arbeit wünscht Ihnen und Euch auch im Namen der Geschäftsstelle.
Schalom

Jan Gildemeister

 
Nachrichten aus dem Dachverband
Vorstand

Der Vorstand tagte am 28./29. Juni in Hannover. 

Mitgliederversammlung

Die nächste Mitgliederversammlung findet wieder in zwei Teilen statt: Am 15. September, 17-19:30 Uhr, geht es online um Finanzen und den Bericht 2025. Am 25.-26. September 2026 in Stuttgart wird auch der Vorstand gewählt, Kandidatur-Vorschläge sind weiterhin erwünscht.

Fachbereichsitzungen

Die Fachbereiche tagen im Vorfeld der Mitgliederversammlung in Stuttgart.

 
Ökumenische Friedensarbeit
ÖRK-Exekutivausschuss ruft Kirchen zu praktischem Engagement für Frieden auf

In einer Erklärung unter der Überschrift „Erneuter ökumenischer Aufruf: Lass ab von der Proliferation von Kriegen, schlage den Weg eines gerechten Friedens ein“ ruft der Exekutivausschuss des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) die Kirchen in der Welt auf, sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln für Frieden einzusetzen.

Die Erklärung ruft alle christlichen Kirchen und religiösen Führungspersonen zudem auf, die Nutzung von irreführenden und unverantwortlichen Theologien zur Rechtfertigung von Krieg abzulehnen und sich dem entgegenzustellen, wo immer dies geschieht – auch in den eigenen Glaubenstraditionen. Sie bekräftigt die fortgesetzte Solidarität und Weggemeinschaft des ÖRK mit den Mitgliedskirchen in allen Weltregionen, in denen Konflikte herrschen.

Der ÖRK-Exekutivausschuss tagte vom 8.-12. Juni 2026.

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Politische Aktionen

AGDF-Mitgliedschaft

Petition „Frieden in den Lehrplan“ unterzeichnen!

Die aktuellen Kriege betreffen junge Menschen in besonderer Weise: Sie sollen Wehrdienst leisten. Die riesigen Schulden für Aufrüstung gehen zulasten der Investitionen in ihre Zukunft, zum Beispiel in Bildung und Klimaschutz. Und auch im Schulalltag spiegeln sich internationale Konflikte wie in der Ukraine oder in Nahost längst wider. Junge Menschen haben ein Recht auf Mitsprache. Um dieses Recht gut informiert ausüben zu können und eine friedliche Zukunft aktiv mitzugestalten, brauchen sie die Chance, sich differenziert mit den Themen Krieg und Frieden auseinanderzusetzen.

Darum fordert die AGDF gemeinsam mit den Partnerorganisationen des „Bündnisses Frieden in den Lehrplan“:

  • Friedensbildung von der Grundschule bis zur Oberstufe in die Curricula aufnehmen
  • Friedensbildung in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften stärken
  • Mehr Fachleute für Friedensbildung an die Schulen, statt nur Jugendoffiziere der Bundeswehr
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Andere

Beschluss der Kreissynode des Kirchenkreises Essen zum Einsatz für atomare Abrüstung 

Juni 2026

Beschluss: Angesichts der laufenden atomaren Aufrüstung drückt die Kreissynode des Kirchenkreises Essen ihre große Besorgnis aus. Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie grundsätzlich für atomare Abrüstung eintritt.

Wir bitten die Landessynode der EKiR, das Thema „atomare Aufrüstung“ auf ihrer nächsten Versammlung zu beraten. Die Landessynode möge die EKD-Synode auffordern, an die Bundesregierung zu appellieren, dem Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen beizutreten, zumindest aber wieder mit „Beobachter-Status“ an einer nächsten Atomwaffenverbotsvertrags-Konferenz teilzunehmen.

Die Begründung des Beschlusses kann auf Anfrage von der AGDF-Geschäftsstelle erhalten werden: agdf@friedensdinst.de.

Flaggentag der Mayors for Peace am 8. Juli

Mit dem Hissen der Flagge des weltweiten Bündnisses der „Mayors for Peace“ appellieren die Bürgermeister*innen für den Frieden an alle Staaten der Welt, Atomwaffen endgültig abzuschaffen. In vielen Städten in ganz Deutschland finden dazu Aktionen statt, die vielerorts von Friedensgruppen genutzt werden, um die Forderungen nach nuklearer Abrüstung und ein Ende der nuklearen Teilhabe in die Öffentlichkeit zu tragen.

Eine aktuelle Übersicht der geplanten Aktionen findest du auf der Webseite des Netzwerks Friedenskooperative. Findet auch in deiner Stadt etwas anlässlich des Flaggentages statt? Dann schicke die Infos dazu an: info@friedenskooperative.de.

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Appell „Abrüsten JETZT!“ unterzeichnen

„Die Ankündigung des US-Präsidenten, keine neuen Marschflugkörper in Deutschland zu stationieren, ist die Chance für einen Politikwechsel, der die gegenwärtige Phase der Rüstungseskalation beendet“, konstatieren die Initiator*innen des Appells.

Deutschland sollte umgehend eine Initiative für internationale Abrüstungs- und Rüstungskontrollverhandlungen unter dem Dach der UN ergreifen. Der Versuch, mit europäischen Partnern neue Mittelstreckenwaffen zu entwickeln, ist dagegen keine Lösung. Er führt direkt in eine weitere Eskalationsspirale, die gestoppt werden muss. Damit steigt auch die Gefahr eines Atomkriegs. Rüstungskontrollverträge, direkte Kommunikationskanäle und verlässliche Vereinbarungen hingegen reduzieren das Risiko eines unbeabsichtigten Atomkriegs erheblich.

Der Appell „Abrüsten JETZT!“ wurde von Karl Wilhelm Koch und weiteren friedenspolitisch engagierten Wissenschaftler*innen und Politiker*innen auf Change.org gestartet. Er kann dort unterzeichnet werden.

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Tagungen und Kongresse

AGDF

Interne Weiterbildung: Kollegialer Austausch zum Umgang mit rechtsoffenen Positionen in Arbeitsrealitäten der Mitgliedsorganisationen des AGDF-Fachbereichs II

4.-5. November 2026, Neuwied

In Seminaren machen Teilnehmende Aussagen, die nicht klar rechtsextrem einzuordnen sind. Es geht um schwammige Aussagen wie: „Dieses Verhalten passt einfach nicht zu uns. Die haben das halt anders gelernt.“ Auf unseren Social Media Kanälen wird kommentiert, dass unsere Arbeit sich nicht mit Fragen von Minderheiten beschäftigen solle, sondern die großen Themen wie Aufrüstung in den Mittelpunkt stellen solle.

In dieser Weiterbildung erarbeiten wir uns mit externem Input Handlungssicherheit beim Erkennen schwammiger, rechtsoffener Aussagen. Im Kollegialen Austausch tauschen wir uns zu unserer Praxis und Ideen zum Umgang damit aus. Dazu arbeiten wir unter anderem mit theaterpädagogischen Methoden und Rollenspielen/Argumentationstraining.


 Ablauf

  • Erkennen rechtsoffener Aussagen mit der Referentin Christine Schweitzer
  • In den Raum holen, welche herausfordernden Situationen wir in pädagogischen Kontexten, Mitglieder-/Engagierten-Arbeit, Kampagnen, Freiwilligenarbeit oder ÖA erleben.
  • Bearbeitung/Entwicklung von Handlungsoptionen anhand mehrerer Beispiele
     - Zusammentragen von Ergebnissen
  • Entwicklung von Ideen gegenseitiger Unterstützung (z.B. Buddysystem der Mitgliedsorganisationen untereinander)

Bitte leitet die Einladung an interessierte Honorarkräfte weiter, die für euch arbeiten.

Flexibler  Teilnahmebeitrag: 50 Euro
 Beginn:4. November mit einem gemeinsamen Mittagessen um 13:00 Uhr
 Ende: 5.November mit einem gemeinsamen Mittagessen um  12:00 Uhr
 Reise- und Übernachtungskosten werden übernommen.

Anmeldungen an Krischan Oberle: krischan.oberle@friedenskreis-halle.de
Bitte teile ebenfalls mit, ob Du am 4. November und/oder 5. November am Mittagessen teilnimmst.

 
 
Publikationen
Leo Ensel: Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit. Oder: Krieg heißt Töten. Wien: Promedia, 2026.

In seinem Buch analysiert Leo Ensel mit spitzer Feder und in unerschrockenem, teilweise humorvollem Ton die Worte, die von Politik und Medien genutzt werden, um die Bevölkerung in Kriegsstimmung zu bringen. Denn: Sprache prägt das (Unter-)Bewusstsein und damit indirekt auch das Handeln.

Wenn Sie Interesse an einer Veranstaltung mit Leo Ensel haben, wenden Sie sich bitte an den Verlag.

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Service Informationen und Berichte

AGDF-Mitgliedschaft

Die NETZNEWS des Bundesnetzwerks Konfliktbearbeitung sind da!

Ab Juni gibt es die NETZNEWS des Bundesnetzwerks Konfliktbearbeitung. Der Newsletter bündelt Nachrichten, Publikationen, Weiterbildungsangebote, Veranstaltungen, Stellenanzeigen und Praxisbeispiele konstruktiver Konfliktbearbeitung aus dem Bundesnetzwerk Konfliktbearbeitung und dem Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung.

Die NETZNEWS erscheinen viermal jährlich. Wer sie automatisch im Postfach haben möchte, kann sie via E-Mail abonnieren. Dazu einfach eine formlose Nachricht senden an: bundesnetzwerk@konfliktbearbeitung.org (Betreff: ANMELDUNG NETZNEWS).

Alle Ausgaben sind auch auf der Webseite des Bundesnetzwerks Konfliktbearbeitung zu finden: https://www.konfliktbearbeitung.org/netznews

Andere

gewaltfreie aktion – Neues Nachrichten- und Meinungsportal

Im englischsprachigen Raum gibt es die Seite Waging Nonviolence. Dort erfahren Bewegungen voneinander, erkennen Parallelen in Strategien und Herausforderungen und können Wissen transferieren - von Klimagerechtigkeitskampagnen über Demokratiebewegungen bis hin zu Initiativen gegen soziale Ausgrenzung. Den Versuch eines Pendants für den deutschsprachigen Raum wagt die Seite gewaltfreie aktion. Sie dokumentiert nicht nur Protestereignisse, sondern reflektiert Strategien, Dilemmata, Repressionserfahrungen und Lernerfolge.

Um diese Vision umzusetzen, braucht es Menschen: Autor*innen mit analytischem Blick, Aktivist*innen, die aus ihren Erfahrungen berichten, Übersetzer*innen, die Brücken schlagen, und Engagierte, die Kontakte zu Bewegungen weltweit und im deutschsprachigen Raum herstellen. Eine lebendige Plattform entsteht durch Beziehungen, Recherche und kontinuierliche Dokumentation, Wer zur Sichtbarkeit gewaltfreier Veränderung beiträgt, stärkt gewaltfreie Bewegungen.

 
 
 
Impressum

AGDF -aktuell ist ein interner Newsletter und stellt für unsere Mitglieder relevante Informationen zusammen. Diese geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Quelle ist, wenn nicht anders angegeben, die angege-bene Internetseite. Aktionen, Veranstaltungen und Aufrufe der AGDF sind als solche gekennzeichnet. Neue Abonnent*innen können sich auf der Homepage ein­tragen. In jedem Newsletter gibt es einen Link zum Abmelden.

Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe: 27.07.2026
Nachdruck und Verteilen erlaubt; Hinweise erbeten.

Herausgeber:

AGDF e.V., Endenicher Str. 41, 53115 Bonn Tel. 0228-24999-0, Fax 24999-20
agdf@friedensdienst.de
Internet: www.friedensdienst.de
Redaktion: Jan Gildemeister; Wilhelm Maier

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