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AGDF Aktuell

 

Mitgliederrundbrief

Nr. 301 August 2026

Logo AGDF
 
Inhalt dieser Ausgabe
  • Vorwort
  • Nachrichten aus dem Dachverband
  • Ökumenische Friedensarbeit
  • Politische Aktionen
  • Tagungen und Kongresse
  • Politische Bildung und Qualifizierung
  • Kriegsdienstverweigerung
  • Service Informationen und Berichte
  • Stellenausschreibungen
  • Kontakt und Impressum
 
Vorwort

Moin, moin,
liebe Freundinnen und Freunde,

kurz bevor sich der Bundestag in seine sitzungsfreie Sommerzeit verabschiedet hat und die „Sommerloch-Debatten“ begannen, beschloss die Bundesregierung die Eckwerte für den Bundeshaushalt 2027, mit denen sich der Bundestag im September befassen wird. Die Eckwerte fallen weitgehend wie befürchtet aus: Massive Einschnitte im Haushalt des Bundesentwicklungsministeriums, Kürzungen in nahezu allen relevanten Haushaltsti-teln, die Umweltschutz, Maßnahmen zur Begrenzung der Klimakrise, Soziales, Gesundheit oder auch das Förderprogramm „Demokratie leben!“ betreffen. Und einen deutlichen Zuwachs im Verteidigungshaushalt. Insofern haben sehr viele zivilgesellschaftliche Initiativen, Verbände u.a. Grund zu klagen, dass ihre wichtige Arbeit gefährdet wird. Dabei besteht die Gefahr, dass sich alle nur für ihre Anliegen einsetzen, um die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und bei der Politik konkurrieren und der Eindruck entsteht, dass es um den Erhalt von Strukturen an sich geht. Die Entscheider*innen können es sich dann relativ leichtmachen: Wir können es nicht allen recht machen und mussten halt Prioritäten setzen. An einer „objektiven Messlatte“ müssen sie sich ggf. nicht messen las-sen.

Aber gibt es nicht objektive Kriterien, die zum Teil öffentlich diskutiert werden (wie: Was trägt Deutschland zur Bekämpfung der Klimakrise bei bzw. welche Entscheidungen oder Subventionen verschärfen sie noch?), zum Teil aber auch nicht, wie folgende: Wie trägt Deutschland zum Frieden in der Welt bei und befeuert nicht kriegerisch ausgetragene Konflikte? Welche Aktivitäten und Förderentscheidungen fördern den gesellschaftlichen Zusammenhalt, demokratische Beteiligung und Bildung sowie das Engagement gegen diejenigen, für die nicht alle Menschen die gleichen Rechte haben und die Minderheiten nicht schützen, sondern noch mieser behandeln wollen? Kriterien, an denen sich die Bundesregierung messen lassen müsste, die aber weitgehend in Vergessenheit geraten sind, liefern übrigens die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDG).

Wir können nicht darauf setzen, dass die Politik sich freiwillig solchen „Meta-Kriterien“ für ihre Entscheidungen stellt. Aber wir können uns selbst fragen, welche unserer Aktivitäten wie friedensfördernd ist oder zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur Demokratie in Deutschland einen relevanten Beitrag leistet. Und dies dann präzise und ver-ständlich in die Öffentlichkeit tragen und politischen Entscheider*innen vermitteln. Mit Blick auf den Bundeshaushalt 2027 wollen wir dies in einer Resolution der AGDF-Mitgliederversammlung leisten. Ich hoffe, es gelingt.

Viel Erfolg und Spaß bei und neben der Arbeit wünscht Ihnen und Euch auch im Namen der Geschäftsstelle.
Schalom

Jan Gildemeister

 
Nachrichten aus dem Dachverband
Vorstand

Der Vorstand tagt wieder am 24. September 2026 in Stuttgart, vor der Mitgliederversammlung.

Mitgliederversammlung

Die nächste Mitgliederversammlung findet wieder in zwei Teilen statt: Am 15. September, 17-19:30 Uhr, geht es online um Finanzen und den Bericht 2025. Am 25. - 26. September 2026 in Stuttgart wird auch der Vorstand gewählt, Kandidatur-Vorschläge sind bis 14 Tage vor der Tagung möglich. Zudem sollen wieder (zwei) Resolutionen verabschiedet werden. Die Mitglieder bekommen die Entwürfe im Vorfeld zur Kommentierung zugeschickt.

Fachbereichsitzungen

Die Fachbereiche tagen im Vorfeld der Mitgliederversammlung in Stuttgart.

 
Ökumenische Friedensarbeit

Die AGDF-Handreichung für Kirchengemeinden zur Ökumenischen FriedensDekade 2026 ist erhältlich!

couragiert widerständig sich gegen weltweite Militarisierung, wachsende Ungerechtigkeit und Demokratiegefährdende Kräfte zu engagieren, dazu fordert die diesjährige Ökumenische FriedensDekade auf.
Die Handreichung der AGDF bietet mit Kurzpredigten, liturgischen Bausteinen für Gottesdienste und Berichten gelingender Friedensarbeit Kirchengemeinden Anregungen für die Friedensdekade im November.
Sie kann gerne hier heruntergeladen oder kostenlos bei der AGDF bestellt werden, per E-Mail oder telefonisch:


E-Mail: agdf@friedensdienst.de

Tel.: 0228/24 999-0

 
Politische Aktionen

AGDF-Mitgliedschaft

Appell der Kooperation für den Frieden für ein breites friedenspolitisches Engagement im kommenden Herbst

Die Kooperation für den Frieden hat einen Appell für ein breites friedenspolitisches Engagement im kommenden Herbst vorgelegt: „Nein zu Hochrüstung und Krieg – Für Frieden, demokratische Rechte und soziale Sicherheit! Zeigen wir Gesicht im Herbst 2026 in Berlin, Stuttgart und anderswo.“ Das Vortragen der Forderungen betrifft nicht nur die anstehenden "reinen" friedenspolitischen Termine, sondern erwünscht ist zugleich ihr Einbringen in die vielfältigen Anlässe politischer Willensäußerungen diverser sozialer Bewegungen.

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AGDF ist dabei

Mehr als 300 Organisationen - darunter die AGDF - rufen zum Umdenken im Flüchtlingsschutz auf: Es geht auch anders!

Zum Weltflüchtlingstag 2026 stellt sich ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis aus Wohlfahrt, Menschenrechtsarbeit, Kirchen und Zivilgesellschaft unter dem Motto „Es geht auch anders! Gemeinsam für Schutz und Zusammenhalt“ gegen die Entrechtung von schutzsuchenden Menschen. 75 Jahre nach Verabschiedung der Genfer Flüchtlingskonvention formulieren sie in einem Memorandum eine Zukunftsvision für einen starken Flüchtlingsschutz, von dem alle profitieren.

Memorandum lesen oder Druckfassung bestellen

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Andere

Open Letter: “Security for Whom?” Civil society organisations from across the spectrum urge EU decision-makers to reject the military budget surge and invest in human security instead.

01 July 2026

Europe faces a choice: fund militarisation or invest in people. Ahead of crucial EU budget negotiations, civil society organisations call on leaders to prioritise health, housing, education, climate action and peacebuilding over a proposed €131 billion surge in defence spending.

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Tagungen und Kongresse

AGDF-Mitgliedschaft

EAK wird 70 Jahre alt: Podiumsgespräch zum Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung

23. September 2026, Stuttgart

Seit 1956 berät und begleitet die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) Menschen in Gewissenskonflikten. Dieses 70-jährige Jubiläum begeht der evangelische Friedensverband im September im Rahmen seiner Jahrestagung mit einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung „Das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung im Kontext der Wehrpflichtdebatte“ am 23. September, 19 Uhr, in der evangelischen Jugendkirche Stuttgart.

70 Jahre nach Gründung der EAK befindet sich die Welt wieder in einer Aufrüstungsspirale, in Deutschland wird über die Wiedereinführung einer Wehrpflicht diskutiert. Damit rückt auch das im Grundgesetz garantierte Grundrecht in den Blick, wonach niemand gegen sein Gewissen „zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden“ darf. Wie kann dieses Recht auch für den Spannungs- und Verteidigungsfall gesichert werden? Und welche Gewissensgründe kommen in Frage?

Diese Fragen behandelt in einem Impulsvortrag Kathrin Groh, Professorin für Öffentliches Recht an der Bundeswehruniversität München und Verfechterin des uneingeschränkten Grundrechts auf KDV.

Unter der Moderation des Rundfunkjournalisten Claus Heinrich diskutieren mit ihr im Anschluss der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Friedrich Kramer, und Dr. Annika Schreiter, die Generalsekretärin der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Jugend (aej). Angefragt ist zudem der Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung, Nils Hilmer (SPD).

Die Teilnahme an der Diskussionsveranstaltung ist kostenfrei. Die EAK bittet um Anmeldung bis zum 1. September an veranstaltung@efriedensarbeit.de

Die Veranstaltung im Livestream: https://youtube.com/live/q9eaF_KgM4c?feature=share

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AGDF-Mitglieder

Gemeinsame Herbsttagung von DMFK, Church and Peace, Quäkern und Versöhnungsbund: „Nein zum Krieg! Ja zu …?“

13.-15. November 2026, Karlsruhe

Wehrfähigkeit, Kriegstüchtigkeit, Aufrüstung – das ist die Sprache unserer Zeit. Militarisierung erfasst nicht nur die Bundeswehr, sondern auch die politische Debatte und die Gesellschaft. Man könnte meinen, wir befinden uns bereits in einer Vorkriegszeit.

Diese Zeit verlangt nicht nach Gehorsam, sondern nach Widerspruch.

Es ist nicht nur eine Zeit zum „Nein“, sondern auch zu einem klaren „Ja“! Ein Ja, das für eine Zukunft ohne Rüstung und Militär steht: ein Ja zum Leben jedes einzelnen Menschen und zum Erhalt der Erde.

Die Tagung will einen Beitrag zur Friedensfähigkeit in Wort und Tat leisten und lädt ein, ein „Ja“ zum Frieden zu gestalten.

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Weitere Angebote

We shall overcome! Gewaltfrei aktiv für die Vision einer Welt ohne Gewalt und Unrecht – biographische Zugänge

17. Oktober 2026, Reutlingen

Viele Organisationen, Netzwerke und soziale Bewegungen in Deutschland und weltweit wollen mit ihrem Engagement zu mehr Frieden und Gerechtigkeit beitragen und die Vision einer anderen Welt lebendig halten.
Sie werden oft genug von Menschen ins Leben gerufen und am Leben erhalten, die bereit sind, gegen den Strom zu schwimmen. Das ist nicht immer einfach. Der Verein Frieden wagen e.V. - Arbeitsstelle für Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie (früher: Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.) will bei seiner Tagung wieder solche Menschen ausführlich zu Wort kommen lassen, die mit ihrem Engagement Hoffnung und Mut zum eigenen Handeln machen.

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Politische Bildung und Qualifizierung

AGDF-Mitglied

Das Fränkisches Bildungswerk für Friedensarbeit (FBF) bietet an:

Wildfrieden* lernen. Basisseminar zur Friedensbildung

  1. Seminar, 7.-10.Oktober 2026, Niederkaufungen bei Kassel
  2. Seminar, 3.-6.Februar 2027, Hannover

Spielleiter*innenausbildung des Lernspiels KrisenFest

23.-24. Oktober 2026, Nürnberg

 

Trainer*in in konstruktiver Konfliktbearbeitung und transkulturellem Lernen

11.-14. November 2026, online

 

Weitere Angebote

EU-Grenzregime bezeugen – DMFK-Reise nach Lesbos

23. - 27. September

Die Teilnehmer*innen lernen die Arbeit von Aegean Migrant Solidarity (AMS), einer Partnerorganisation des Deutschen Mennonitischen Friedenskomitees (DMFK), und anderen Menschenrechtsorganisationen kennen. Siehe mit eigenen Augen, wie wir in Europa versuchen uns mit allen Mitteln abzuschotten. Bezeugen, dass die Menschen trotzdem kommen und ihre individuellen Gründe und Geschichten mitbringen.

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6th Winter Academy on Conflict Solution, Mediation, Justice, Project Management & Ethics, Leadership & Communication Skills

17 - 25 November, 2026, Basel

The Institute for Peace and Dialogue (IPD) invites you to participate in its upcoming 6th Winter Academy.

Application deadline: 12 October, 2026

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Publikationen

Umdenkschrift III zum Evangelischen Diskurs über Krieg und Frieden. Texte zur EKD-Kontroverse und Ökumenische Friedensstimmen. – Dritte Sammlung. Hg. v. Peter Bürger, im Auftrag der Solidarischen Kirche im Rheinland und des Ökumenischen Instituts für Friedenstheologie (= edition pace Bd. 47). Hamburg: BoD 2026.

Die jüngste EKD-Denkschrift "Welt in Unordnung - Gerechter Friede im Blick" (November 2025) hat wegen ihrer regierungsnahen und militärfreundlichen Ausrichtung viel Widerspruch hervorgerufen. Erschlossen werden die kritischen Wortmeldungen zum neuen deutschen Kirchenkurs in der Reihe "Umdenkschrift zum Evangelischen Diskurs über Krieg und Frieden". Der hier vorgelegte dritte Band enthält auf über 400 Seiten zahlreiche weitere Beiträge zur EKD-Kontroverse und dokumentiert Ökumenische Friedensstimmen, die ermutigen.

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FriEnt: Anregungen zur friedens- und entwicklungspolitischen Umsetzung der BMZ-Reform 2026. Konfliktsensibilität, Lokalisierung und globale Partnerschaften im Fokus.

Das Impulspapier der Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung (FriEnt) zur BMZ-Reformagenda 2026 „Zukunft zusammen global gestalten“ beleuchtet friedens- und entwicklungspolitische Perspektiven und zeigt auf, wie Konfliktsensibilität, lokales Ownership, eine starke Zivilgesellschaft und zivile Krisenprävention in der Umsetzung der Reform verankert werden können.

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Service Informationen und Berichte
EMBEDDED - Damit was bleibt. Eine 50-teiligen Antikriegsserie von Wolfgang Zarnack

Die Folgen sind kurz, etwa zwei Minuten lang, und erscheinen seit dem 3. August täglich.

„Mich treibt die aktuelle Aufrüstung und die zunehmend selbstverständliche Kriegsrhetorik sehr um. Ich bin mit den Kriegsgeschichten meiner Familie groß geworden und habe den Eindruck, dass das konkrete Leid hinter politischen Parolen immer leichter vergessen wird. Deshalb habe ich die Serie ohne Förderung und mit eigenen Mitteln produziert: Buch, Regie, Kamera, Schauspiel, Sound, Kostüm, Schnitt und FX mache ich allein.“

Trailer: https://www.youtube.com/shorts/HfDwYo8CGXA

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Impressum

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Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe: 26.08.2026
Nachdruck und Verteilen erlaubt; Hinweise erbeten.

Herausgeber:

AGDF e.V., Endenicher Str. 41, 53115 Bonn Tel. 0228-24999-0, Fax 24999-20
agdf@friedensdienst.de
Internet: www.friedensdienst.de
Redaktion: Jan Gildemeister; Wilhelm Maier

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