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AGDF Aktuell

 

Mitgliederrundbrief

Nr. 297 April 2026

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Inhalt dieser Ausgabe
  • Vorwort
  • Nachrichten aus dem Dachverband
  • Ökumenische Friedensarbeit
  • Politische Aktionen
  • Tagungen und Kongresse
  • Politische Bildung und Qualifizierung
  • Kriegsdienstverweigerung
  • Service Informationen und Berichte
  • Stellenausschreibungen
  • Kontakt und Impressum
 
Vorwort

Moin, moin,
liebe Freundinnen und Freunde,

die Friedensarbeit lebt von ihrer Glaubwürdigkeit und dies hat vor allem mit Gerechtigkeit und Recht zu tun. Was dies konkret bedeutet, wurde mir (wiedermal) beim AGDF-Fachgespräch zu Generationen und Friedensarbeit und bei der Kooperationsveranstaltung „Dialog Friedensbewegung(en)“ in Hofgeismar deutlich: Die Verletzung von Völkerrecht und Menschenrechten muss von Friedensinitiativen als Verbrechen benannt werden, egal von welchem Staat sie ausgeht. Opfer kriegerischer Gewalt verdienen unser Mitgefühl, egal auf welcher Seite sie sind. Dies sollte nicht nur in eigenen Erklärungen deutlich benannt werden, sondern auch in Aufrufen von Aktionsbündnissen, zum Beispiel zum Ostermarsch. Da dies mancherorts leider nicht der Fall ist, ist es nicht verwunderlich, wenn die AGDF oder eine Mitgliedsorganisation nicht zu den Unterstützenden gehört – so wichtig auch eine Mobilisierung gegen Krieg und Militarisierung ist.

Aber auch der Umgang von Friedensinitiativen mit Menschen, die aus welchem Grund auch immer Diskriminierung und Benachteiligung ausgesetzt sind, ist ein Lackmustest für ihre Glaubwürdigkeit. Wird dies in öffentlichen Erklärungen und bei Bündnissen berücksichtigt? Gibt es Regeln und eine Kultur der internen Zusammenarbeit, die Diskriminierung vermeidet und Benachteiligte empowert? Wie partizipativ ist die Friedensinitiative aufgestellt?

Aus meiner Sicht sind viele AGDF-Mitgliedsorganisationen bereits gut aufgestellt und/oder in wichtigen Veränderungsprozessen. Insgesamt ist in der Friedensszene aber noch viel Luft nach oben. Dies trägt dazu bei, dass es um ihre Attraktivität und Relevanz nicht gut bestellt ist.

Ansporn in Sachen Glaubwürdigkeit könnten auch die anstehenden Feiertage sein: Jesus war nicht ohne (menschliche) Fehler, aber in einem sehr hohen Maße glaubwürdig, bis in seinen Tod hinein. Er ist in sehr herausfordernden politischen Verhältnissen dem Weg der Gewaltfreiheit und des Widerstands gegen Ungerechtigkeit treu geblieben. Und seine Ermordung ist nicht das Ende der biblischen Erzählung, sondern seine Auferstehung. Gott ist auf der Seite derjenigen, die ihm nachfolgen – wenn dies nicht eine Ermutigung ist!

Viel Erfolg und Spaß bei und neben der Arbeit wünscht Ihnen und Euch auch im Namen der
Geschäftsstelle.
Schalom

Jan Gildemeister

 
Nachrichten aus dem Dachverband
Mitgliederversammlung

Die nächste Mitgliederversammlung findet wieder in zwei Teilen statt: Am 15. September, 17-19:30 Uhr geht es online um Finanzen und den Bericht 2025. Am 25. - 26. September 2026 in Stuttgart wird wieder der Umgang mit (welt-) politischen Entwicklungen Schwerpunkt sein. Gewünscht werden neben zwei kirchlichen Positionen Stimmen von zwei Trägern und ihren internationalen Partnerorganisationen. Falls in den Tagen Vertreter*innen in Deutschland sein sollten, meldet euch bitte bei Jan Gildemeister. Außerdem wird der Vorstand neu gewählt – Kandidaturen sind erwünscht!!!

Die Mitgliederversammlung 2027 wird auf Beschluss des Vorstandes am 17. September 2027 in Neudietendorf (bei Erfurt) stattfinden, auch die Treffen der Fachbereiche finden bereits am 15./16. September dort statt und nicht, wie ursprünglich geplant, eine Woche später in Uelzen. Grund dafür ist eine „Werkstatt und Festival der Friedensarbeit“ vom 17.-19. September 2027 am gleichen Ort in Kooperation mit der Ev. Kirche Mitteldeutschland und der Ev. Akademie Thüringen. Mehr dazu spätestens bei der MV 2026.

Fachbereichsitzungen

Der Fachbereich III trifft sich am 21. - 23. April 2026 in Berlin, wo auch politische Gespräche geplant sind.

Geschäftsstelle

Astrid Hermann, im Team Freiwilligendienste vorrangig für den Qualitätsverbund weltwärts und die Beratung von Trägern zuständig, scheidet auf eigenen Wunsch zum 31. März bei der AGDF aus, um eine neue Stelle an der Universität Tübingen anzutreten. Wir danken ihr herzlich für ihre engagierte und qualifizierte langjährige Mitarbeit und wünschen ihr für die Zukunft alles Liebe!

 
 
Politische Aktionen

AGDF-Mitglied

Friedenskongress 2026 der Woltersburger Mühle drängt auf nukleare Abrüstung und zum deutschen Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag

Woltersburger Mühle, 6. März 2026/dj

Angesichts einer drohenden atomaren Aufrüstung in der Welt haben die Teilnehmenden des Friedenskongresses 2026 der Woltersburger Mühle in einem einmütig verabschiedeten Appell die Bundesregierung aufgefordert, dass Deutschland dem Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen beitritt und auch weiterhin bei den Vertragsstaatenkonferenzen einen Beobachter-Status beibehält.
Gleichzeitig fordert der Friedenskongress in dem Appell die Bundesregierung auf, sich bei der anstehenden Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag für eine atomare Abrüstung einzutreten.
Wie es in dem Appell weiter heißt, erwarten die Teilnehmenden des Friedenskongresses hierbei auch eine Unterstützung seitens der evangelischen Kirchen in Deutschland.

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Andere

Petition an die Bildungs- und Familienministerin Karin Prien und die Mitglieder der Bundesregierung: Kein Kahlschlag bei Demokratiearbeit!

Über 200 Projekte zum Schutz unserer Demokratie stehen vor dem Aus.
Der geplante Kahlschlag des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch die CDU-Ministerin Karin Prien bedeutet massive Einschnitte für die Zivilgesellschaft – genau dort, wo Demokratie im Alltag verteidigt wird.
Karin Prien setzt um, was sich die AfD seit langem wünscht und kürzt zentrale Strukturen der Demokratiearbeit. Wenn diese wegfallen, bedeutet das konkret: weniger Unterstützung für Betroffene, weniger Prävention – und mehr Raum für extremistische Akteure. Was damit zerstört wird, lässt sich nicht kurzfristig wieder aufbauen – das muss verhindert werden.
Die Amadeu Antonio Stiftung hat eine Petition gestartet, um klar zu sagen: In einer Zeit, in der rechtsextreme, rassistische und antisemitische Gewalt auf einem Hochstand ist, braucht es mehr Schutz für Zivilgesellschaft und Demokratie, nicht weniger!
Bitte unterschreib’ auch du und mach’ klar: Kein Kahlschlag bei der Demokratiearbeit!

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Petition an den Rat der EKD: Überarbeitet die neue Denkschrift zur Friedensethik!

Im November veröffentlichte der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine neue Denkschrift zur evangelischen Friedensethik. Was Orientierung geben sollte, markiert stattdessen einen tiefen Bruch mit der bisherigen friedensethischen Tradition der Kirche. Die Denkschrift verabschiedet sich von zentralen Prinzipien christlicher Friedensarbeit – und öffnet die Tür für eine Militarisierung, die viele Christinnen und Christen nicht mittragen können und wollen.

Die vom Verein Grüne Alternative gestartete Petition fordert den Rat der EKD auf, die Denkschrift zurückzuziehen und unter breiter demokratischer Beteiligung neu zu erarbeiten.

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Tagungen und Kongresse

AGDF-Mitgliedschaft

Let’s talk Peace! Zivile Konfliktbearbeitung in Umbruchzeiten neu denken

22. - 24. Juni 2026, Rehburg-Loccum

Die Plattform Zivile Konfliktbearbeitung lädt in Kooperation mit den Evangelischen Akademien Loccum und Villigst zu ihrer nächsten Jahrestagung nach Loccum ein.

In herausfordernden Zeiten möchte sich die Plattform ZKB mit den aktuellen Entwicklungen in der Zivilen Konfliktbearbeitung, Krisenprävention und Friedensförderung auseinandersetzen und vor allem gemeinsam nach vorne denken: Wie steht es um die Kommunikation des Netzwerks? Wie entwickelt man starke, progressive Narrative? Und wie wird man im politischen und gesellschaftlichen Diskurs wirksamer und sichtbarer?

Die Tagung verbindet inspirierende Impulse, Nachdenklichkeitsrunden und interaktive Workshops mit Zeit für Austausch, Vernetzung und gemeinsames Lernen.

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Weitere Angebote

Evangelische Akademie Frankfurt: „Militarisierung? Diskursverschiebungen nach der Zeitenwende“

1. Juni 2026, Frankfurt a. M. und online

Das Militärische ist in Deutschland so präsent wie lange nicht. Die Rede von „Kriegstüchtigkeit“, „Abschreckung“ und „Aufrüstung“ prägt politische, mediale und gesellschaftliche Debatten. Die Präsenz der Bundeswehr im öffentlichen Raum nimmt zu. Während einige den Wandel für eine notwendige sicherheitspolitische Neuorientierung halten, sorgen sich andere um eine schleichende Militarisierung von Politik und Gesellschaft.
Gemeinsam mit den Teilnehmenden nehmen Helge Bezold (Evangelische Akademie Frankfurt), Jan Gildemeister, Geschäftsführer der AGDF, Niklas Schörnig vom PRIF, und Tobias Spöri, Research Fellow bei d|part (Studien zur Wahrnehmung der Zeitenwende unter jungen Menschen) die Ebene des gesellschaftlichen Diskurses in den Blick und fragen nach Verschiebungen in der gesellschaftlichen Akzeptanz von militärischen Mitteln: Wie verändert Sprache unsere Wahrnehmung? Wie bewerten die Deutschen die Neuorientierung des Diskurses? In welchen Fällen lassen sich Verschiebungen problematisieren?

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Friedensinstitut Freiburg-Webinar: "Religion als Ressource: Was wir von religiösen Traditionen für den Umgang mit Konflikten lernen können"

28. April 2026, online

Religionen und der interreligiöse Dialog werden im Zusammenhang mit Konflikten häufig vor allem als Problem oder sogar als Verstärker wahrgenommen. Dabei besitzen Religionen eine weitere wichtige Dimension: Sie verfügen über gewachsene Denktraditionen sowie Wert- und Handlungskonzepte, die einen konstruktiven Umgang mit Konflikten ermöglichen.

Basierend auf Erkenntnissen aus dem interreligiösen Projekt „Religionen: Unterschätzte Potenziale gesellschaftlicher Konflikttransformation“ möchten die Referierenden Tanja Berg, Simon Marwecki und Blanca Zacher gemeinsam mit den Teilnehmenden diskutieren, wie Religion als wichtige Ressource im Umgang mit Konflikten verstanden und praktisch wirksam werden kann.

 

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Politische Bildung und Qualifizierung

Angebote des Fränkischen Bildungswerks für Friedensarbeit (FBF)

Ausbildung: Spielleiter*in für „Civil Powker“. Ein Planspiel zum gewaltfreien Möglichkeiten bei internationalen Konflikten

17. - 18. April 2026, Nürnberg

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Informationsabend zum ATCC-Ansatz. Einführung in die Theorie und Praxis konstruktiver Konfliktbearbeitung

29. April 2026, online

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Ausbildung: Spielleiter*in für das Lernspiel „KrisenFest“

12. - 13. Juni 2026, Nürnberg

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Frieden – Wie geht das?

„Frieden – Wie geht das?“ ist eine turbulente Ein-Frau-Show rund ums Thema Frieden – mit Theaterszenen, Videoclips, kreativen Mini-Vorträgen und raffiniert umgedichteten Popsongs.

Schauspielerin Sonni Maier begibt sich auf die Suche nach dem Frieden in einer Welt, die immer mehr auf Eskalation und Spaltung setzt. Wo ist er hin, und überhaupt: Frieden – wie geht das eigentlich?

Die Performance begreift sich als kreatives, mutmachendes Friedenstraining für alle ab 13 und kann gebucht werden.

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Publikationen

AGDF-Mitgliedschaft

Neue ICAN-Broschüre: „Atomares Deutschland“

Deutschland hat mehr mit Atomwaffen zu tun, als die meisten Menschen wissen. Mit der neuen Broschüre will ICAN Deutschland genau das sichtbar machen. Pünktlich vor den Ostermärschen veröffentlicht das Bündnis eine kompakte Einführung in die Rolle Deutschlands im nuklearen System - von der nuklearen Teilhabe bis zur Atomwaffenforschung.

Die Broschüre zeigt: Atomwaffen sind kein abstraktes geopolitisches Thema. Sie haben ganz konkrete Orte und Strukturen hier in Deutschland.

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Andere

Linn Stalsberg: Krieg ist Verachtung des Lebens. Ein Essay über den Frieden. Aus dem Norwegischen von Andreas Donat. Zürich: Kommode, 2025.

„Einen Krieg zu gewinnen bedeutet, so viele Menschen, Häuser und Infrastrukturen des Feindes wie möglich zu zerstören. Wenn wir allen Kriegen ein Ende setzen wollen, müssen wir anfangen, über die Realitäten des Krieges zu sprechen und jene Personen kennenlernen, die für den Frieden gekämpft haben.
Dieser Kampf für den Frieden kann sich auf Religionen, Ideologien oder politische Bewegungen stützen. Wichtige Instrumente sind Pazifismus, Gewaltlosigkeit und Kriegsdienstverweigerung. Was wissen wir wirklich über die großen Ideen hinter der Friedensarbeit? Wie viele der mutigen Menschen, die sich weigerten, in den Krieg zu ziehen, und die dafür bestraft wurden, kennen wir wirklich?
Die ausufernde Militarisierung unserer Zeit findet inmitten einer großen Klima- und Naturkrise statt. Kaum etwas ist so zerstörerisch für den Planeten wie die Rüstungsindustrie. Sowohl die Arbeiter- als auch die Frauenbewegung haben traditionell für den Frieden gekämpft.
Heute muss sich die Friedensbewegung auch mit der Umweltbewegung im Kampf für alles Lebendige verbünden.“

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Service Informationen und Berichte

DEKT 2027: Ausschreibung für Workshops und vergleichbare partizipative Formate

Große Themen in kleiner Runde bearbeiten – beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Düsseldorf haben Sie die Chance dazu. Bewerben Sie sich jetzt mit Ihrem Workshop oder einem vergleichbaren partizipativen Format!
Gesucht werden Menschen, die Lust dazu haben, mit bis zu ca. 30 Teilnehmenden zu gesellschaftlichen, theologischen, kulturellen oder politischen Fragen ins Gespräch zu kommen. Mögliche Themenbereiche sind u. a. „Ethik des Alltags“ (Was leitet unsere Gewissensentscheidung beim Thema „Wehrdienst/KDV“?), „Demokratie und Freiheit“,  „Frieden“...
Die Veranstaltungen finden in einem Workshopraum (ca. Klassenraumgröße) statt und dauern i.d.R. 90 Minuten Sie und ggf. eine weitere Workshopleitung führen die Veranstaltung eigenverantwortlich und ehrenamtlich durch.
Bewerben Sie sich bis zum 15. September 2026 online. Nach erfolgreicher Zulassung können Sie dort auch die Workshopleitenden anmelden.

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Aktuelle Stellenausschreibungen

Geschäftsführung (m/w/d)

Connection e.V. sucht zum nächstmöglichsten Zeitpunkt eine Geschäftsführung (m/w/d) in Vollzeit.

Sende Deine Bewerbung bitte als PDF mit max. 5 MB bis spätestens 13. April 2026 an office@connection‐ev.org.

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Co-Geschäftsleitung (m/w/d) Nationale Agentur JUGEND für Europa

IJAB – Fachstelle für internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V., Arbeitsbereich JUGEND für Europa, sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Co-Geschäftsleitung (m/w/d) in Vollzeit.

Bewerbungsfrist: 20. April 2026

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Impressum

AGDF -aktuell ist ein interner Newsletter und stellt für unsere Mitglieder relevante Informationen zusammen. Diese geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Quelle ist, wenn nicht anders angegeben, die angege-bene Internetseite. Aktionen, Veranstaltungen und Aufrufe der AGDF sind als solche gekennzeichnet. Neue Abonnent*innen können sich auf der Homepage ein­tragen. In jedem Newsletter gibt es einen Link zum Abmelden.

Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe: 27.04.2026
Nachdruck und Verteilen erlaubt; Hinweise erbeten.

Herausgeber:

AGDF e.V., Endenicher Str. 41, 53115 Bonn Tel. 0228-24999-0, Fax 24999-20
agdf@friedensdienst.de
Internet: www.friedensdienst.de
Redaktion: Jan Gildemeister; Wilhelm Maier

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