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AGDF Aktuell

 

Mitgliederrundbrief

Nr. 277  August 2024

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Inhalt dieser Ausgabe
  • Vorwort
  • Nachrichten aus dem Dachverband
  • Ökumenische Friedensarbeit
  • Politische Aktionen
  • Tagungen und Kongresse
  • Politische Bildung und Qualifizierung
  • Kriegsdienstverweigerung
  • Service Informationen und Berichte
  • Stellenausschreibungen
  • Kontakt und Impressum
 
Vorwort

Moin, moin,
liebe Freundinnen und Freunde,

es ist Urlaubszeit, die parlamentarische Arbeit ruht weitgehend - was aber nicht bedeutet, dass die politische Diskussion in den Medien pausiert. Leider fehlt ihr in der Regel die notwendige inhaltliche Tiefe, vielfach kommt sie eher populistisch daher.

Es ist generell hoch problematisch, wie politisch brisante Themen aktuell (nicht) diskutiert werden. Zur laufenden Aufrüstung als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gibt es aus Sicht der Regierungskoalition und der CDU/CSU-Opposition keine Alternative. Es entsteht der Eindruck, dass es in den sog. etablierten Parteien keine Meinungsvielfalt mehr gibt, je mehr Waffen und Soldat*innen umso besser. Damit wird die Kritik daran AfD, BSW und der schwächelnden Linkspartei überlassen, die davon vor allem in den ostdeutschen Bundesländern profitieren.

Beim NATO-Jubiläum – wenige Wochen vor den Gedenktagen an die Atomwaffenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki – wurde verkündet, dass neue US-Mittelstreckenraketen in Deutschland stationiert werden sollen, die auch Nuklearsprengköpfe transportieren können. Weltweit wird die Modernisierung von Nuklearwaffen vorangetrieben.

Als Reaktion auf die Eckpunkte für den Bundeshaushalt 2025 wurde am lautesten kritisiert, dass die Verteidigungsausgaben nicht noch mehr erhöht werden sollen, sondern – zusammen mit dem 100 Mrd.-Sondervermögen - „nur“ gut 2% für Bundeswehr und deren Aus- und Aufrüstung zur Verfügung stehen sollen. Kritik an Kürzungen im sozialen Bereich findet hingegen wenig Echo in den Medien. Die Priorisierung der Ausgaben für „Sicherheit“ und die Förderung der Wirtschaft scheinen gesetzt.

Umso wichtiger ist es (nicht nur) mit Blick auf den 1.9., dem Antikriegstag, die generelle Frage nach Frieden und Sicherheit breit zu diskutieren. Was verstehen wir darunter? Was muss Deutschland dazu beitragen, damit wir nachhaltig in Frieden und relativer Sicherheit leben können? Es bleibt unsere Aufgabe als demokratische Zivilgesellschaft, unverdrossen diese Fragen aufzuwerfen, aktuelle Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen und an verdrängte Wahrheiten zu erinnern.

Viel Erfolg und Spaß bei und neben der Arbeit wünscht Ihnen und Euch auch im Namen der Geschäftsstelle.
Schalom

Jan Gildemeister

 
Nachrichten aus dem Dachverband
Vorstand

Der Vorstand tagt im Vorfeld der Mitgliederversammlung am 19. September.

Mitgliederversammlung

Die AGDF Mitgliederversammlung tagt am 20./21. September in Berlin-Spandau, der Stu-dientag geht zusammen mit der Ev. Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) zur Frage der militärischen Gewalt und Gewaltfreiheit. Auf der Tagesordnung stehen u.a. die Wahl des Vorstandes und zwei Resolutionen, die Entwürfe wer-den den Mitgliedern vorab zur Kommentierung zur Verfügung gestellt.
Bereits am 10. September, 17:00 - 19:30 Uhr, findet der erste Teil der Mitgliederversammlung als Videokonferenz zu Jahresbericht 2023 und Finanzen statt.

Fachbereichsitzungen

Die Fachbereiche treffen sich planmäßig wieder im Vorfeld der Mitgliederversammlung am 18./19. September in Berlin-Spandau.

 

Geschäftsstelle

Die AGDF hat ihre Handreichung zur Ökumenischen FriedensDekade 2024 veröffentlicht, die sich vor allem an Kirchengemeinden wendet. Sie kann hier eingesehen werden.

 
Ökumenische Friedensarbeit
3. Ökumenischer Friedensdialog: Rechtspopulismus als Gefahr für den Frieden in Deutschland und Europa

23. Oktober 2024 in Osnabrück

Die Evangelische Friedensarbeit und die Deutsche Kommission Justitia et Pax laden zum 3. Ökumenischen Friedensdialog ein. In Osnabrück wollen die Teilnehmer*innen über den Rechtspopulismus als Gefahr für den Frieden in Deutschland und Europa sprechen.

Es diskutieren:

  • Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ (Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax und Bischof von Hildesheim)
  • Landesbischof Friedrich Kramer (Friedensbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland)
  • Dr. Liane Bednarz (Publizistin und promovierte Juristin mit dem Schwerpunkt Neue Rechte, Populismus und religiöse Bewegungen)
  • Elly Schlein (Parteivorsitzende des Partito Democratico und Oppositionsführerin in Italien) - angefragt

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Um eine Anmeldung wird gebeten: mp@jupax.de.

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Politische Aktionen
Anker setzen – Demokratie leben. Ein Aktionstag für gesellschaftlichen Zusammenhalt

13. September 2024 in Berlin

Die Sorge um unsere Demokratie ist allgegenwärtig. Demokratie braucht Menschen, die sie mit Leben füllen, denn sie ist nichts Gegebenes, Starres, sondern stets im Werden begriffen. Der Aktionstag „Anker setzen“ lädt zum Experimentieren und Diskutieren ein: Wo findet Demokratie ganz konkret im Alltag und Beruf statt und wie können wir sie gemeinsam gestalten? Neben Impulsen zur Bedeutung von Vertrauen, Wut und Streit für eine demokratische Praxis experimentieren die Teilnehmer*innen mit kreativen Methoden, wie ein demokratisches Miteinander vermittelt und lebendig gestaltet werden kann. Dazu gibt es Workhops zu Betzavta, zu Demokratiebildung mit Game-based Learning und zu empowerndem Storytelling. Mit dabei: Ali Konyali, Christian Boeser, Bianca Stern, Max Adam, Sarah Wenzinger u.a.
Der Aktionstag für gesellschaftlichen Zusammenhalt ist eine Kooperation der Humanistischen Akademie Berlin-Brandenburg und der Ev. Akademie zu Berlin. Er wird gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.

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Tagungen und Kongresse

AGDF-Mitglied

Church and Peace lädt zu seiner diesjährigen europäischen Konferenz ein: „Heute dem Krieg widerstehen – Kollektive gewaltfreie Alternativen vorbereiten.“

24.-27. Oktober 2024 in Brüssel

In diesem Jahr wird Church and Peace quasi zu seinen Wurzeln zurückkehren: Was machen christliche Personen und Gemeinschaften mit der immer weiter fortschreitenden Militarisierung geforderten Kriegstüchtigkeit in Europa? Welche Werkzeuge gibt es, welche neuen sind entwickelt und erprobt worden und was praktizieren Friedensstifterinnen und Friedensstifter in ihren Kontexten von Krieg und Konflikt? Welche Rolle kann der Glaube dabei spielen?
Aufgrund des Themas gibt es dieses Jahr sehr viel mehr externe Anmeldungen. Deswegen ist es dringend notwendig, dass ihr euch so schnell wie möglich hier anmeldet. Auch eine E-Mail mit der Info, dass ihr dieses Jahr nicht kommen könnt, hilft bei der Planung.

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AGDF-Mitglied u.a.

Civilian-based Defence Put to the Test – Current Issues and Practical Challenges

6 -7 September 2024, online

The Conference aims to revive the discussion around nonviolent methods for dealing with state aggression and conflict resolution. Specifically, the focus is on the concept of Civilian-Based Defence (CBD) and its potential applications to contemporary issues.

The conference is organized by the Bund für Soziale Verteidigung (BSV) in cooperation with the Institut für Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung (IFGK) and the Campaign “Wehrhaft ohne Waffen”.

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Weitere Angebote

Munich Peace Meeting

18. - 19. Oktober 2024, online

Das Munich Peace Meeting gestaltet sich als Expert*innen-Treffen von Friedenswissenschaft, Friedensarbeit und Friedensbewegung mit dem Team der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC).

Das diesjährige Munich Peace Meeting findet online an zwei halben Tagen, die aufeinander aufbauen, statt:

Munich Peace Meeting Teil 1 (Austausch Friedenswissenschaft, Friedensbewegung, Friedensarbeit)

Freitag, 18.10.2024, 13:30 – 17:00 Uhr, online

Mit welchen Themen, Narrativen, Gesprächspartner*innen könnte die MSC aktuell Deutschland dabei unterstützen, "dem Frieden der Welt zu dienen" (Präambel Grundgesetz)? Es werden gemeinsame Perspektiven, Ansätze und Ideen entwickelt, über die die Teilnehmer*innen beim zweiten Termin mit der MSC ins Gespräch kommen wollen.

Munich Peace Meeting Teil 2 (Austausch mit der MSC)

Freitag, 29.11.2024, 9.30 – 13.00 Uhr, online

Dr. Benedikt Franke (Stellvertretender Vorsitzender und Chief Executive Officer der MSC) und voraussichtlich auch Dr. Tobias Bunde (Director of Research & Policy, Mitglied des Vorstands, Stiftung Münchner Sicherheitskonferenz) sowie weitere Personen aus dem Team der MSC stehen dreieinhalb Stunden zur Verfügung, um Sichtweisen und Anregungen aus dem Bereich der Friedenslogik zu hören und sich darüber auszutauschen. Die genaue Struktur ergibt sich aus den Ergebnissen des ersten Treffens.

Grundsätzlich wird es möglich sein, auch nur an einem dieser beiden Termine teilzunehmen.

Um ein fokussiertes und effizientes Arbeiten innerhalb der Gruppe zu ermöglichen, melden Sie sich bitte nur an, wenn Sie jeweils an dem gesamten dreieinhalbstündigen Termin teilnehmen können: https://forms.gle/XVuWo5gTepze44FP6.

 

Kairos Europa und Ökumenische Vernetzungsinitiative Casa Comun: Leben am Rande von Krieg und Zivilisationskrise – Ist die Welt noch zu retten?

15. - 16. November 2024 in Mannheim

Wie lässt sich der oft eng geführte (friedens-)politische Diskurs über eine künftig friedenstüchtige(re) Eine Welt um die Dimension der ökonomischen Triebfedern des Krieges erweitern? Wie kann dies verknüpft werden mit unerlässlichen sozioökonomischen Veränderungen? Welche Brüche sind hierfür notwendig? Und mit welchen Allianzen lässt sich diese Position wirkmächtiger in die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen einbringen? Diese Fragen bringen die zentralen Anliegen der Tagung auf den Punkt: die systemischen Ursachen gewaltsamer Konflikte vollumfänglich in den Blick zu nehmen und gleichzeitig über trag- und friedensfähige Lösungsmöglichkeiten zu reflektieren.

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Fachtagung des Atommüllreports: Nuklearer Fallout. Ökologische, ökonomische und soziale Auswirkungen des zivil-militärischen Atomkomplexes.

25. Oktober 2024 in Hannover

Die zivile und die militärische Nutzung der Atomenergie sind zwei Seiten derselben Medaille. Der Atommüllreport will mit dieser Fachtagung die Zusammenhänge vertiefend betrachten und die sozialen Auswirkungen v.a. auf den globalen Süden thematisieren. In einer postkolonialen Welt entzieht sich die Kontamination der natürlichen Lebensgrundlagen durch Uranförderung oder Atomwaffentests allzu oft unserer Wahrnehmung und wird als hinzunehmender Kollateralschaden ignoriert. Nicht zuletzt stellt sich die Frage nach dem Umgang mit den bei der Abrüstung von Atomwaffen entstehenden Atommüll.

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Politische Bildung und Qualifizierung
CampaPeace - Qualifizierung zur Campaigner*in und Kampagnenmoderator*in

Oktober 2024 - September 2025 in Wustrow (Wendland) und Heidelberg

Zum 8. Mal findet die bundesweite Qualifizierung „CampaPeace“ für Aktive und Interessierte aus den Sozialen Bewegungen statt.

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Institute for Peace and Dialogue (IPD): 4th Winter Academy on Conflict Solution, Mediation, Justice, Social Responsibility & Ethics, Leadership, Human Resources Management, Public Policy, Advocacy, Effective Campaigns, Intercultural Dialogue, Media, Public Relations & Communication Skills

17 - 27 November, 2024 in Basel

Depends from the opportunities in the filled application participants can choose either Winter Academy or can stay for 3 month period as a researcher. This event will be useful to get academic knowledge and as well work-field based experience by involved experienced experts, building fruitful network and spend unforgettable time in Switzerland.

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Kriegsdienstverweigerung

Auswahlwehrdienst: Schulung für Gemeinden und Stellungnahme. Ein Beitrag von Rita Haering.

Von dem geplanten Auswahlwehrdienst sind auch junge Mitglieder der Kirchengemeinden betroffen. Wie können kirchlich Mitarbeitende im Gespräch mit jungen Leuten damit umgehen? Was gibt es Wissenswertes zum Thema Kriegsdienstverweigerung? Eine Schulung sowie eine Stellungnahme verschaffen erste Orientierung.

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epd-Meldung (15. Juni 2024): Wehrdienst-Reform: Umfrage zeigt Skepsis unter jungen Menschen

„Eine Mehrheit der jungen Menschen hält die von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) vorgeschlagene Wehrdienst-Reform für falsch. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Nachrichtenportals „watson“ […]. Nur 38 Prozent der Befragten zwischen 18 und 29 Jahren bewerten die von Pistorius angedachten Pläne für die Bundeswehr demnach als positiv. In der Gesamtbevölkerung erhält der Vorschlag aber rege Zustimmung: Hier bewertet nur ein Drittel aller Befragten den Entwurf von Pistorius als negativ.“

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Den Newsticker der Evangelischen Friedensarbeit zu Kriegsdienstverweigerung könnt ihr hier verfolgen.

60 Jahre Bausoldaten. Zeugnis – Zivilcourage – Diskriminierung

06. – 08. September 2024 in Neudietendorf bei Erfurt

Bausoldat zu werden war für viele ein Statement. Doch aus Überzeugung keine Waffe in die Hand zu nehmen, hatte in der DDR oft seinen Preis. Diesen zahlten auch Jugendliche im Widerstand gegen Wehrerziehung und Wehrdiensttotalverweigerer.
Zum 60. Jahrestag der Bausoldaten soll dieser Mut zum Nein gewürdigt werden. Was bedeutete er in der zweiten deutschen Diktatur? Wie agierte der Staat gegen diejenigen, die sich verweigerten? Welche Diskriminierungserfahrungen machten sie? Wie haben sie diese verarbeitet und für sich fruchtbar gemacht?
Ausgehend davon werden auf der Tagung der Ev. Akademie Thüringen schließlich die derzeitige Lage von Kriegsdienstweigernden und Desertierenden weltweit diskutiert sowie die Kontroversen der aktuellen friedensethischen Diskussion aufgegriffen.

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Impressum

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Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe: 25.08.2024
Nachdruck und Verteilen erlaubt; Hinweise erbeten.

Herausgeber:

AGDF e.V., Endenicher Str. 41, 53115 Bonn Tel. 0228-24999-0, Fax 24999-20
agdf@friedensdienst.de
Internet: www.friedensdienst.de
Redaktion: Jan Gildemeister; Wilhelm Maier

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