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AGDF Aktuell

 

Mitgliederrundbrief

Nr. 280  November 2024

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Inhalt dieser Ausgabe
  • Vorwort
  • Nachrichten aus dem Dachverband
  • Ökumenische Friedensarbeit
  • Politische Aktionen
  • Tagungen und Kongresse
  • Politische Bildung und Qualifizierung
  • Kriegsdienstverweigerung
  • Service Informationen und Berichte
  • Stellenausschreibungen
  • Kontakt und Impressum
 
Vorwort

Moin, moin,
liebe Freundinnen und Freunde,

das Bundesverteidigungsministerium hat den Gesetzentwurf für einen „Auswahl-Wehrdienst“ vorgelegt, nach dem alle deutschen Staatsbürger*innen, die volljährig werden, ab 2025 einen Fragebogen zum Dienst an der Waffe ausfüllen – für die per se wehrpflichtigen Männer verpflichtend. Die Hoffnung ist, dass die Bundeswehr so letztlich mehr Geeignete als Soldat*innen rekrutieren und den politisch vorgegebenen Bedarf decken kann. Wenn dies nicht klappen sollte, soll nach BM Pistorius eine Wehrpflicht auch in Friedenszeiten (wieder) eingeführt werden. CDU/CSU streben dies sowieso nach der Bundestagswahl an, vermutlich verbunden mit einem sozialen Pflichtdienst.

Ich finde es erschreckend, wie die öffentliche Diskussion zu Wehrdienst und Pflichtdiensten läuft. Der allgemeine Wissensstand ist gering, auch Beiträge in Medien sind zumeist unterkomplex, viele Fragen werden gar nicht erst aufgeworfen: Wofür brauchen wir die Bundeswehr und welchen Bedarf gibt es entsprechend an Soldat*innen? Welche Prioritäten soll Deutschland überhaupt in seiner Außen- und Sicherheitspolitik setzen? Welchen Nutzen würde ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr bringen und welchen Schaden würde es – auch gesellschaftlich – anrichten? Rechtfertigt dies, dass der Staat so einschneidend in die Gestaltungsfreiheiten junger Menschen eingreift? Und überhaupt: Welche Alternativen gibt es?

Entsprechend wird die Debatte weitgehend denjenigen überlassen, die mehr oder weniger fundierte Behauptungen aufstellen und – da es kaum wahrnehmbaren Widerspruch gibt – eines Tages vielleicht Fakten schaffen. Eine AG von AGDF und Ev. Arbeitsgemeinschaft für KDV und Frieden führt aktuell das Knowhow zusammen und versucht mit Fakten, Thesen und Positionen Einfluss vorrangig auf die innerkirchliche Diskussion zu nehmen in der Hoffnung, dass dies auch in die Gesellschaft hineinwirkt.

Viel Erfolg und Spaß bei und neben der Arbeit wünscht Ihnen und Euch auch im Namen der
Geschäftsstelle.
Schalom

Jan Gildemeister

 
Nachrichten aus dem Dachverband
Vorstand

Der neu gewählte Vorstand trifft sich am 18. November virtuell zu einer außerordentlichen Sitzung, um über die Vertretung u.a. in den Gremien des Vereins für Friedensarbeit im Raum der EKD zu entscheiden. Die erste reguläre Sitzung ist am 3. Dezember in Hannover, zeitlich verbunden mit einem Treffen mit dem EAK-Vorstand.

Mitgliederversammlung

Das Protokoll der letzten Mitgliederversammlung in Berlin-Spandau (Entwurf) wurde den Mitgliedern zugeschickt, etwaige Änderungswünsche müssen schriftlich der Geschäftsstelle übermittelt werden.

 
 
Politische Aktionen

AGDF-Mitglied

Church and Peace: Aufruf an die Europaparlamentarier*innen, die Anhörung der zukünftigen EU-Kommissar*innen im Europaparlament vom 4.-12. November 2024 als Chance zur Kurskorrektur zu nutzen.

30. Oktober 2024, Wethen

In den Aufgabenbeschreibungen der zukünftigen EU-Kommissar*innen muss ‚Versöhnung‘ und ‚Frieden‘ als politisches Leitbild benannt werden. Stattdessen ist geplant, dass die strategische Agenda der EU für die nächsten fünf Jahre, die politischen Leitlinien für die neue Europäische Kommission sowie die Aufgabenbeschreibungen für die designierten Kommissar*innen von zwei Prioritäten beherrscht werden: Wettbewerbsfähigkeit sowie Sicherheit und Verteidigung.

Auf diesem Hintergrund plädiert das europäische friedenskirchliche Netzwerk Church and Peace außerdem für die Entwicklung einer parlamentarischen interfraktionellen Arbeitsgruppe für Frieden, sowie einer Europäischen Friedensstrategie für die gesamte EU und ihre Institutionen zur Förderung der menschlichen Sicherheit und des Friedens.

Den Aufruf finden Sie hier.

Andere

 
Tagungen und Kongresse
Studientag der Ev. Akademie im Rheinland: „Atomare Aufrüstung in Europa“

7.November 2024, online

Seit Jahrzehnten fordern die Kirchen die Ächtung atomarer Waffen und das weltweite Verbot des Einsatzes derselben. Doch welche Möglichkeiten gibt es darüber hinaus? Den einzelnen Impulsen der Referierenden schließen sich Antworten zu Fragen der Teilnehmenden an. Gemeinsam werden sich die Teilnehmer*innen den drängenden Fragen stellen und diskutieren.

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IMI-Kongress 2024: „Zeitenwende in Bildung und Hochschule“

16. - 17. November 2024 in Tübingen

Fast unmittelbar nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine verkündete der deutsche Bundeskanzler Scholz die „Zeitenwende“; seit dem versucht die Politik, die Gesellschaft „kriegstüchtig“ zu machen.
Besondere Umbrüche stehen u.a. im Bereich Bildung und Wissenschaft bevor. So bestehen verschiedene Initiativen, sog. „Zivilklauseln“ abzuschaffen oder gar zu verbieten und die Hochschulen enger mit Rüstung und Militär zu verzahnen. Hiergegen regt sich Widerstand. Auch Schulen sollen künftig ihren Beitrag zur Wehrfähigkeit leisten und der Bundeswehr als Rekrutierungspool dienen. Mittelfristig wird sich die Frage stellen, was für Folgen die aktuell in der Außenpolitik vertretene Maxime – Gewalt als Mittel der Konfliktbearbeitung – für das (Selbst-)Verständnis von Schulen, Lehrkräften und der Pädagogik im Allgemeinen bedeuten werden. Zum Ende des Kongresses sollen Wege aus der Eskalationsspirale auslotet und auch der Frage nachgegangen werden, welchen Antworten die aktuell insbesondere von jungen Menschen getragene Bewegungen bieten.

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Safe the Date und Call for Abstracts: 2. ZEFFF-Tagung: „Umbruch, Druck, Transformation? Gegenwart und Zukunft des Engagements“

6. - 7. März 2025 in Berlin

Zentrales Ziel der Tagung ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse und aktuelle Forschung zu den Themenfeldern Freiwilligendienste und zivilgesellschaftliches Engagement zu diskutieren. Neben einem Schwerpunkt auf den Ergebnissen des Vierten Engagementberichts zu ungleichen Zugangschancen zu freiwilligem Engagement, der Anfang 2025 erscheinen soll, fokussiert die ZEFFF dieses Mal auf die Kernfrage, wie sich vom heutigen Standpunkt aus Gegenwart und Zukunft des Engagements bewerten und beschreiben lassen.
Initiiert vom Voluntaris e.V., wird die Tagung zum zweiten Mal gemeinsam mit der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt ausgerichtet. Unterstützt wird die Tagung zudem inhaltlich durch die Geschäftsstelle des IV. Engagementberichts der Bundesregierung und durch Tagungsstipendien durch den Förderverein Zivilgesellschaftsforschung e.V. Das Tagungsprogramm wird Mitte Dezember 2024 veröffentlicht.
Bis zum 17. November 2024 ist es möglich, Abstracts für Beiträge oder ein ganzes Panel einzureichen unter: zefff-tagung@voluntaris.de

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Politische Bildung und Qualifizierung
IDA-Training 2024: „Antisemitismuskritik und Rassismuskritik verbinden – fachliche Unterstützung für die Bildungsarbeit”

29. - 30. November 2024, online

Die Veranstaltung baut auf einem umfangreichen Kurskonzept auf, das das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V. (IDA) für den Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV) mit Fokus auf die Jugend(verbands)arbeit erarbeitet hat.
In der Fortbildung wird Grundlagenwissen über die Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Verschränkungen von Antisemitismus und Rassismus vermittelt. Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen möchten die Referent*innen dabei eine intersektionale und widerspruchstolerante Haltung entwickeln und stärken, die Antisemitismuskritik und Rassismuskritik miteinander verbindet und gemeinsam denkt. Dazu werden Methoden aus dem Kurskonzept genutzt und ihre Anwendung im Rahmen der außerschulischen Jugend(verbands)arbeit reflektiert. In einer Methodenwerkstatt haben die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, selbst Methoden aus dem Kurskonzept in einem kollegialen Rahmen auszuprobieren. Außerdem wird es Raum für Austausch untereinander und mit Expert*innen geben.

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Publikationen
IPPNW-Information: „Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland“

In ihrem aktuelle Informations-Flyer zur Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland kritisiert IPPNW den Beschluss zur Stationierung von Mittelstreckenwaffen in Deutschland als brandgefährlich, da sie Deutschland zu einem möglichen strategischen Angriffsziel macht. Mit den ab 2026 geplanten Marschflugkörpern, Raketen und Hyperschallwaffen sollen erstmals seit 1991 wieder Mittelstreckenwaffen auf deutschem Boden stationiert werden, die Ziele weit in Russland treffen können.

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Voluntaris-Sonderband: “Wandel im Engagement“ erschienen

Gesellschaftliche Veränderungen wie die Digitalisierung oder die zunehmende Polarisierung schlagen sich auch im zivilgesellschaftlichen Engagement nieder. Der Sonderband trägt Forschungserkenntnisse zu den Themenfeldern Digitalisierung und Digitalität, soziale Ungleichheiten und engagementfördernde Organisationen und Strukturen zusammen. Die Beiträge untersuchen, wie sich der Wandel im Engagement zeigt, wie weit er reicht und wie die Organisationen mit ihm umgehen.

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Aktuelle Stellenausschreibungen
Der Verein gewaltfrei handeln sucht zum 1. Januar 2025 oder zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine*n Bildungsreferent*in (m,w,d) mit einem Stellenumfang von 64,1 % (25 Wochenstunden).

Das Bildungsreferat besteht aus zwei gleichrangigen Mitarbeiter*innen, die für alle Bildungsangebote
des Vereins zuständig sind.
Bewerbungsunterlagen, ausschließlich elektronisch in einem pdf-Dokument (max. 10 MB) bis zum 4.
November 2024 an: gewaltfrei handeln e.V., Christine Garve-Liebig, Mittelstraße 4, 34474
Diemelstadt, garve-liebig@gewaltfreihandeln.org.

Bewerbungsgespräche finden voraussichtlich im Zeitraum 11. bis 13. November 2024 in Diemelstadt-
Wethen statt.

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Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) sucht eine*n Länderbeauftragte*n für Freiwilligenarbeit in Belgien und im Vereinigten Königreich / EU-Netzwerkarbeit (w/m/*).

Die Stelle umfasst einen Stundenumfang 39 Stunden/Woche und ist im Rahmen einer Entsendung für zwei Jahre befristet. Eine Verlängerung sowie eine Anstellung in Teilzeit können geprüft werden.
Bitte richten Sie Ihre Bewerbung zeitnah in einer PDF an Claudia Stüwe: stuewe@asf-ev.de.
Die Stelle wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt besetzt.

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Impressum

AGDF -aktuell ist ein interner Newsletter und stellt für unsere Mitglieder relevante Informationen zusammen. Diese geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Quelle ist, wenn nicht anders angegeben, die angege-bene Internetseite. Aktionen, Veranstaltungen und Aufrufe der AGDF sind als solche gekennzeichnet. Neue Abonnent*innen können sich auf der Homepage ein­tragen. In jedem Newsletter gibt es einen Link zum Abmelden.

Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe: 18.12.2024
Nachdruck und Verteilen erlaubt; Hinweise erbeten.

Herausgeber:

AGDF e.V., Endenicher Str. 41, 53115 Bonn Tel. 0228-24999-0, Fax 24999-20
agdf@friedensdienst.de
Internet: www.friedensdienst.de
Redaktion: Jan Gildemeister; Wilhelm Maier

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