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AGDF Aktuell

 

Mitgliederrundbrief

Nr. 294 Januar 2026

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Inhalt dieser Ausgabe
  • Vorwort
  • Nachrichten aus dem Dachverband
  • Ökumenische Friedensarbeit
  • Politische Aktionen
  • Tagungen und Kongresse
  • Politische Bildung und Qualifizierung
  • Kriegsdienstverweigerung
  • Service Informationen und Berichte
  • Stellenausschreibungen
  • Kontakt und Impressum
 
Vorwort

Moin, moin,
liebe Freundinnen und Freunde,

das zu Ende gehende Jahr war hinsichtlich der politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ein sehr unerfreuliches aus Sicht derjenigen, die sich (zivilgesellschaftlich) für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der (Mit-)Schöpfung, für Menschenrechte, Freiheit, gesellschaftliche Vielfalt einsetzen. Ob beim Umgang mit Flüchtenden, der Bekämpfung der Klimakrise, Vorsorge gegen Katastrophen, Bekämpfung von Armut, Katastrophenhilfe oder der gewaltfreien Transformation kriegerisch ausgetragener Kriege mussten wir vorwiegend Rückschritte hinnehmen. Und die Aussichten auf das neue Jahr, das traditionell mit dem Weltfriedenstag der katholischen Kirche beginnt, sind alles andere als rosig. „Friede sei mit Euch – auf dem Weg zu einem unbewaffneten und entwaffnenden Frieden“, so lautet übrigens das Motto des Weltfriedenstages 2026.

Anstatt wie in der neuen EKD-Denkschrift eine „Unordnung“ der Welt festzustellen und daraus abzuleiten, dass Deutschland besseren militärischen Schutz braucht, wünsche ich mir von der Kirche, dass sie sich auf ihre Friedenspotentiale besinnt, diese fördert und sichtbar auf allen Ebenen praktiziert: von der Vermittlung in Konflikten, Friedens- und Versöhnungsarbeit, einer Sprechfähigkeit auch mit „Feinden“ bis hin zum öffentlichen Friedensgebet. Auch in ihrem politischen Reden und Handeln kann Kirche wieder erkennbarer werden: Kritik an der Rüstungsexportpolitik (fortsetzen), Rückendeckung für die Forderung, den Zivilen Friedensdienst oder freiwillige Friedensdienste nicht (weiter) zu kürzen, sondern Instrumente der ZKB im Ausland, aber auch in Deutschland auszubauen.

Aktuell sind wir stark auf gegenseitige Ermutigung und Unterstützung angewiesen, und die Kirche kann und sollte dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Und dazu beitragen, dass bereits heute „Frieden auf Erden“ spürbar(er) wird.

(Besinnliche Weihnachten und) Einen guten Start ins neue Jahr wünscht Ihnen und Euch auch im Namen der Geschäftsstelle.

Schalom

Jan Gildemeister

 
Nachrichten aus dem Dachverband
Vorstand

Der Vorstand hat sich am 11. Dezember in Hannover insbesondere mit Reaktionen auf die EKD-Friedensdenkschrift und dem weiteren Umgang damit befasst und ein Gespräch mit dem Koordinator des neuen Projekts „friedenspolitische Diskussionen“ geführt. Die nächste Sitzung ist am 18. - 19. Februar 2026 in Frankfurt/Main. Im Vorfeld können Mitglieder Projektanträge zur Förderung aus dem friedenspolitischen Fonds einreichen.

Mitgliederversammlung

Die nächste Mitgliederversammlung am 25. - 26. September 2026 in Stuttgart wird wieder den Umgang mit (welt-) politischen Entwicklungen zum Schwerpunkt haben. Geplant sind neben einer kirchlichen Position Stimmen von Partnerorganisationen aus anderen Staaten. Falls in den Tagen Vertreter*innen in Deutschland sein sollten, meldet euch bitte bei Jan Gildemeister.

Fachbereichsitzungen

Der Fachbereich I tagt am 5. - 6. Februar 2026 in der Westpfalz (DJH Hochspeyer). Der Fachbereich III trifft sich am 21. - 23. April 2026 in Berlin, wo auch politische Gespräche geplant sind.

Geschäftsstelle

Die Geschäftsstelle ist vom 22. Dezember 2025 bis 2. Januar 2026 telefonisch nicht erreichbar.

 
Ökumenische Friedensarbeit

AGDF-Mitgliedschaft

Motto der Ökumenischen FriedensDekade 2026

Das Gesprächsforum hat als Motto der Ökumenischen FriedensDekade vom 8.-18. November 2026 „couragiert widerständig“ festgelegt. Die biblischen Bezugsstellen sind Exodus 1,15-21 und 2. Timotheus 1,7.

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Tagungen und Kongresse

AGDF-Mitglied

„Böse von Jugend auf“ – Realismus in der Friedensfrage?

4. – 6. März 2026, Uelzen

In und außerhalb der Kirche wird der Realismus der neuen Friedensdenkschrift der EKD gelobt. Doch die Frage „was ist eigentlich Realismus?“ bleibt ungestellt. Diese Frage bekommt auf der Tagung Raum. Es geht um Realismus und Anthropologie und das merkwürdige Phänomen, dass die biblische Literatur trotz ihrer schonungslosen Wahrnehmung von Unrecht und Bosheit Hoffnung in die Menschen setzt.

Anreise bis 18:00 Uhr

Abreise 13:30 Uhr

Kosten: 200 Euro (Für Studierende ist die Tagung kostenlos)

Referent*innen: Landesbischof Friedrich Kramer, Dr. Maximilian Schell, Renke Brahms, Dr. Klara Butting; Prof. Dr. Cornelia Füllkrüg-Weitzel; Prof Dr. Beatrice de Graaf

Veranstalter: Woltersburger Mühle e. V.; Evangelische Friedensarbeit im Raum der EKD

Nähere Infos und Anmeldung: klarabutting@t-online.de

Weitere Angebote

Pazifismus – Unmöglich und unverzichtbar

12. Januar 2026, online

Ist Pazifismus in der heutigen Zeit eine realistische Haltung oder eine Utopie? Sind Pazifist*innen naive Träumer*innen oder auf dem einzig richtigen Weg hin zu mehr Frieden in der Welt? Unstrittig ist: Sich deutlich pazifistisch zu positionieren, ist nichts für Konfliktscheue. Viele Gedankenanstöße dazu finden wir in der Bibel und bei anderen Religionen. Der Pazifismus, den Jesus praktizierte, war aktiv und kraftvoll und stellte das Prinzip von Gewalt und Rache in Frage. Was verstehen wir heute unter Pazifismus? Und welche Rolle sollte er spielen – für uns individuell und in der Gesellschaft?
Die Ev. Akademie zu Berlin lädt ein, zu diesem Thema ins Gespräch zu kommen. Nach einem Impuls des evangelischen Theologen Holger Schmidtke, gibt es Gelegenheit Fragen zu stellen und miteinander zu diskutieren.

 

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Publikationen

à propos: „Arbeit in autoritären Kontexten – zwischen Resilienz und Kreativität“, Nr.191, Dezember 2025.

Die Zahl autoritärer Regierungsformen nimmt zu. Solche Kontexte sind oft geprägt von drastischen Einschränkungen der bürgerlichen Freiheiten, strenger Informationskontrolle, einem stark eingeschränkten politischen Raum und einem weitreichenden staatlichen Einfluss auf nichtstaatliche Organisationen. Für die Zivilgesellschaft bedeutet dies enorme Herausforderungen.

Dennoch kommt ihr eine unverzichtbare Rolle zu: Menschenrechtsverletzungen und Straffreiheit zu dokumentieren und öffentlich zu machen — Phänomene, die in autoritären Systemen tendenziell zunehmen. Der Schutz ihres Handlungsspielraums bleibt daher von zentraler Bedeutung. Doch die ständigen Bedrohungen, von Einschränkungen ihrer Tätigkeiten über begrenzte Kommunikations- und Advocacy-Möglichkeiten bis hin zu Einschüchterung und Gewalt, haben bereits viele Organisationen zur Schließung gezwungen.

Die Zeitschrift à propos, die von der Schweizer Plattform für Friedensförderung KOFF herausgegeben wird, beleuchtet in ihrer Dezemberausgabe die Resilienz und die Kreativität der KOFF-Mitglieder und ihrer Partner, die ihre Arbeit in autoritären Kontexten fortsetzen und dabei Mitarbeitende, Partner und Projektteilnehmende schützen. Unter den hervorgehobenen Lösungsansätzen finden sich der Ausbau und die Diversifizierung von Allianzen und Finanzierungsquellen, Arbeiten aus dem Exil, diskrete Kommunikations- und Advocacy-Strategien, der Einsatz robuster Sicherheitsprotokolle und vieles mehr.

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Service Informationen und Berichte
Der Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung und das Bundesnetzwerk Konfliktbearbeitung sind online - Wissen und Austausch rund um Konfliktbearbeitung in Deutschland

Die Websites des Kooperationsverbunds Demokratische Konfliktbearbeitung (http://www.demokratische-konfliktbearbeitung.de/) und des Bundesnetzwerks Konfliktbearbeitung (https://www.konfliktbearbeitung.org/) sind online. Sie geben Einblick in die Arbeit von Verbund und Netzwerk. Die Internet-Auftritte sind eng miteinander verknüpft, so wie Verbund und Netzwerk selbst.

Der Kooperationsverbund besteht aus sieben Verbundpartnern, die langjährige Erfahrung aus der Konfliktbearbeitung, Friedensarbeit und Demokratieförderung mitbringen. Seit Januar 2025 arbeiten sie daran, Konfliktbearbeitung in Deutschland zu stärken und entsprechende Angebote für Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft besser nutzbar zu machen und weiterzuentwickeln. Der Kooperationsverbund unterstützt daher auch den Ausbau des Bundesnetzwerks Konfliktbearbeitung.

Das Bundesnetzwerk wurde 2024 gegründet und vereint aktuell rund 40 Organisationen und Personen, die sich praktisch und fachpolitisch für konstruktive Konfliktbearbeitung einsetzen. Die enge Verbindung von Verbund und Netzwerk bündelt Kräfte und schafft Synergien.

Die Anfang Dezember gelaunchten Websites dienen der Erstinformation. Sie werden 2026 gezielt ausgebaut, um Nutzer*innen weitere Informationen und Angebote bereitzustellen.

Die AGDF baut das Bundesnetzwerk Konfliktbearbeitung im Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung federführend aus. Verbund und Netzwerk werden gefördert durch das Programm „Demokratie leben!“ (Entwicklung einer bundeszentralen Infrastruktur) des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

 
 
 
Impressum

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Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe: 27.01.2026
Nachdruck und Verteilen erlaubt; Hinweise erbeten.

Herausgeber:

AGDF e.V., Endenicher Str. 41, 53115 Bonn Tel. 0228-24999-0, Fax 24999-20
agdf@friedensdienst.de
Internet: www.friedensdienst.de
Redaktion: Jan Gildemeister; Wilhelm Maier

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