Moin, moin, liebe Freundinnen und Freunde,
das zu Ende gehende Jahr war hinsichtlich der politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ein sehr unerfreuliches aus Sicht derjenigen, die sich (zivilgesellschaftlich) für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der (Mit-)Schöpfung, für Menschenrechte, Freiheit, gesellschaftliche Vielfalt einsetzen. Ob beim Umgang mit Flüchtenden, der Bekämpfung der Klimakrise, Vorsorge gegen Katastrophen, Bekämpfung von Armut, Katastrophenhilfe oder der gewaltfreien Transformation kriegerisch ausgetragener Kriege mussten wir vorwiegend Rückschritte hinnehmen. Und die Aussichten auf das neue Jahr, das traditionell mit dem Weltfriedenstag der katholischen Kirche beginnt, sind alles andere als rosig. „Friede sei mit Euch – auf dem Weg zu einem unbewaffneten und entwaffnenden Frieden“, so lautet übrigens das Motto des Weltfriedenstages 2026.
Anstatt wie in der neuen EKD-Denkschrift eine „Unordnung“ der Welt festzustellen und daraus abzuleiten, dass Deutschland besseren militärischen Schutz braucht, wünsche ich mir von der Kirche, dass sie sich auf ihre Friedenspotentiale besinnt, diese fördert und sichtbar auf allen Ebenen praktiziert: von der Vermittlung in Konflikten, Friedens- und Versöhnungsarbeit, einer Sprechfähigkeit auch mit „Feinden“ bis hin zum öffentlichen Friedensgebet. Auch in ihrem politischen Reden und Handeln kann Kirche wieder erkennbarer werden: Kritik an der Rüstungsexportpolitik (fortsetzen), Rückendeckung für die Forderung, den Zivilen Friedensdienst oder freiwillige Friedensdienste nicht (weiter) zu kürzen, sondern Instrumente der ZKB im Ausland, aber auch in Deutschland auszubauen.
Aktuell sind wir stark auf gegenseitige Ermutigung und Unterstützung angewiesen, und die Kirche kann und sollte dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Und dazu beitragen, dass bereits heute „Frieden auf Erden“ spürbar(er) wird.
(Besinnliche Weihnachten und) Einen guten Start ins neue Jahr wünscht Ihnen und Euch auch im Namen der Geschäftsstelle.
Schalom
Jan Gildemeister |