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AGDF Aktuell

 

Mitgliederrundbrief

Nr. 303 Oktober 2026

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Inhalt dieser Ausgabe
  • Vorwort
  • Nachrichten aus dem Dachverband
  • Ökumenische Friedensarbeit
  • Politische Aktionen
  • Tagungen und Kongresse
  • Politische Bildung und Qualifizierung
  • Kriegsdienstverweigerung
  • Service Informationen und Berichte
  • Stellenausschreibungen
  • Kontakt und Impressum
 
Vorwort

Moin, moin,
liebe Freundinnen und Freunde,

überraschend war das starke Wahlergebnis der rechtsextremen AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern nicht, aber die Konsequenzen sind in Gänze noch nicht absehbar. Eins ist klar: Die AfD-Wähler*innen wollen, dass „ihre Partei“ regiert und ihr Programm umsetzt. Wenn das BSW – wie zu befürchten ist – Steigbügelhalter für eine AfD-Landesregierung wird, dann werden dies zuerst die zivilgesellschaftlichen Initiativen und Personen, die sich für Demokratie und gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit einsetzen, sowie die Gruppen zu spüren bekommen, die dem Hass Rechtsradikaler aufgrund ihrer Hautfarbe, Religion, sexuellen Präferenzen (…) ausgesetzt sind.

Aktuell ist die Zivilgesellschaft in Sachsen-Anhalt dabei, sich zu sortieren, Kraft zu sammeln und – aufbauend auf den Erfahrungen und Netzwerken, die vor den Wahlen entstanden sind – neu aufzustellen. Dafür brauchen sie Aufmerksamkeit und konkrete Unterstützung, nicht nur kurz-, sondern auch längerfristig. Die AfD betrachtet Sachsen-Anhalt als Testfeld für andere Bundesländer und den Bund; so erklärt sich auch, warum sich Politiker*innen der AfD Sachsen-Anhalt von hochrangigen FPÖ-Politiker*innen beraten ließen. Und die demokratische Zivilgesellschaft sollte in Sachen Widerstand und Schutz vor Repression, Verleumdung und Gewalt sowie finanzielle Absicherung der Arbeit Sachsen-Anhalt gleichfalls als Pilot sehen. Analoge Erfahrungen gibt es leider(!) in vielen anderen Staaten weltweit zu Genüge. Das entsprechende Know-how sollte genutzt, entsprechende zivilgesellschaftliche Austauschforen sollten dafür eingesetzt werden. Zudem sollten wir alles dafür tun, dass Medien und Politik die Situation in Sachsen-Anhalt nicht aus den Augen verlieren – beispielsweise, weil die Verhinderung einer möglichen rot-rot-grünen Regierung in Berlin bestimmten Kreisen wichtiger erscheint.

Bei der AGDF-Mitgliederversammlung haben wir uns intensiv mit der Lage in Sachsen-Anhalt auseinandergesetzt und überlegt, wie wir den Friedenskreis Halle konkret unterstützen können. Dies sollte auch andernorts geschehen.

Viel Erfolg und Spaß bei und neben der Arbeit wünscht Ihnen und Euch auch im Namen der Geschäftsstelle.
Schalom

Jan Gildemeister

 
Nachrichten aus dem Dachverband
Vorstand

Der Vorstand hat am 24. September 2026 in Stuttgart primär die anschließende Mitgliederversammlung vorbereitet.

Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung 2026 hat im ersten virtuellen Teil am 15. September u.a. den Haushaltsplan 2027 beschlossen. Beim zweiten Teil am 25.-26. September 2026 in Stuttgart wurden der Vorstand gewählt und zwei Resolutionen – eine zum Bundeshaushalt 2027 und eine zweite zur Militarisierung – einstimmig beschlossen. Im Schwerpunktteil gab es spannende Beiträge von Partnerorganisationen aus Bangladesch und vom Balkan und aus kirchlicher Perspektive (Schweden, EKD). Intensiv beschäftigt hat die Mitgliederversammlung die Situation der Zivilgesellschaft in Sachsen-Anhalt, konkret vom Friedenskreis Halle. Es wurden konkrete Unterstützungsaktivitäten verabredet.

Fachbereichsitzungen

Die drei Fachbereiche tagten im Vorfeld der Mitgliederversammlung ebenfalls in Stuttgart.

 

 
 
 
Tagungen und Kongresse

AGDF

Friedensgespräch Online

14. Oktober 2026, 17-19:30 Uhr

Holen wir den Frieden wieder an den Küchentisch, ins Treppenhaus, auf den Sportplatz und in die Teambesprechung!

Friedensgespräche öffnen Begegnungsräume, wertschätzend + kontrovers.

Das Ökumene-Zentrum der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und die AGDF laden ein, das auszuprobieren.

Zum Kennenlernen für Newbies und zum Vernetzen für alle, die schon Erfahrung haben.

Für Menschen, die dem Verstummen in unserer Gesellschaft etwas entgegensetzen wollen.

Jetzt anmelden.

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AGDF-Mitglied

Versöhnungsbund-Gruppe Magdeburg: 21. Friedens-Werkstatt-Tag

10. Oktober 2026, Magdeburg

Wie können wir eine offene Gesellschaft verteidigen, ohne selbst zu Waffen zu greifen? Was können Menschen tun, wenn demokratische Institutionen und der Rechtsstaat nicht plötzlich, sondern Schritt für Schritt ausgehöhlt werden? Und wie lassen sich Betroffene und besonders verletzliche Gruppen schützen?
Diesen Fragen widmet sich der 21. Friedens-Werkstatt-Tag der Versöhnungsbund-Gruppe Magdeburg. Unter dem Titel „Soziale Verteidigung – wie geht das?“ führt Jochen Neumann (Netzwerk „Wehrhaft ohne Waffen“) in das Konzept einer wirksamen gewaltfreien Alternative bei Angriffen von außen und innen ein. Nach einem Blick auf historische Beispiele wird es praktisch: In einem Planspiel und anhand konkreter Szenarien erproben die Teilnehmenden, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt, Widerstand und Schutz miteinander verbunden werden können.
Eingeladen sind alle, die miteinander sprechen, zuhören, diskutieren und neue Handlungsmöglichkeiten ausprobieren möchten.

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AGDF-Mitgliedschaft

Netzwerktagung des Bundesnetzwerks Konfliktbearbeitung: "Kurs halten: Konfliktbearbeitung stärkt Demokratie!"

7. - 9.Dezember 2026, Bad Bevensen

Unter dem Motto „Kurs halten: Konfliktbearbeitung stärkt Demokratie!“ findet im Dezember die diesjährige Netzwerktagung des Bundesnetzwerks Konfliktbearbeitung im Gustav-Stresemann-Institut in Bad Bevensen statt. Die Tagung hat drei Schwerpunkte:
1. Unterschiedliche Ansätze der Konfliktbearbeitung kennenlernen
2. Rolle und Aufgaben von Konfliktbearbeitung in einer Demokratie, die vor neuen Herausforderungen steht
3. Struktur des Bundesnetzwerks in Kraft setzen

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Weitere Angebote

IFGK-Studientag: „Erfolgsbedingungen für gewaltfreien Systemwandel“

7. November 2026, online

Obwohl und gerade weil Vielen von uns scheinen mag, dass die Illusion, dass Frieden durch Anwendung von Gewalt erreicht werden kann, und wir als Spezies Mensch am Rande des Abgrundes zu unserer Selbstvernichtung stehen, lädt Sie und Euch das Institut für Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung herzlich zu seinem kommenden Studientag mit dem Schwerpunkt-Thema "Erfolgsbedingungen für gewaltfreien Systemwandel" ein.

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Evangelische Stadtakademie Nürnberg: „Friedensstifter oder Brandbeschleuniger? Der Beitrag der Religionen zu Krieg und Frieden“

7. November 2026, Nürnberg

Den einen gelten Religionen als Hoffnungsträger - zugleich stehen sie unter Verdacht, Konflikte anzuheizen. Im Namen des Glaubens wird getötet, aber auch versöhnt. Wie provozieren Religionen Unterdrückung und gewalttätige Konflikte? Und wie können sie dem Frieden dienen? Der Studientag blickt hinter einfache Zuschreibungen und zeigt, wie religiöse Überzeugungen sowohl zur Eskalation als auch zur Verständigung beitragen können. Er fragt nach der Verantwortung religiöser Gemeinschaften in Zeiten von Krieg und Polarisierung und macht deutlich: Ob Religion trennt oder verbindet, entscheidet sich nicht zuletzt daran, wie Menschen ihren Glauben leben.

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IJAB: Europäische Jugendarbeit unter Kriegsbedingungen 2026

5. November 2026, online

Die Veranstaltung, zu der IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland einlädt, schafft und stärkt einen internationalen Dialograum für zivilgesellschaftliche Aktivist*innen, Jugendarbeiter*innen, Führungskräfte in der Jugendarbeit, Expert*innen für Jugendpolitik und Institutionen aus der Ukraine, Deutschland und darüber hinaus, in dem die Teilnehmenden miteinander in Kontakt treten, praktische Erfahrungen austauschen und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe initiieren können.

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Politische Bildung und Qualifizierung

Policy-Handbuch für die Zivilgesellschaft. Werkzeugkasten für gemeinwohlorientierte politische Arbeit mit (sehr) begrenzten Ressourcen

Die Gesellschaft für Freiheitsrechte hat ein kostenloses Policy-Handbuch für die Zivilgesellschaft veröffentlicht. Der praxisorientierte Werkzeugkasten stellt bewährte und weniger konventionelle Instrumente politischer Interessenvertretung vor. Das Spektrum reicht von Gesprächen mit Abgeordneten und Ministerialmitarbeitenden über Policy-Paper und Stellungnahmen bis hin zu Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerkformaten und Bündnisarbeit. Checklisten und Beispiele aus der Praxis helfen dabei, passende Instrumente für die eigene Arbeit auszuwählen und wirkungsvoll miteinander zu kombinieren.

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Publikationen

IPPNW-Policy-Paper zum Ukrainekrieg: „Spannungsabbau und Risikoreduktion. Für konventionelle und nukleare Abrüstung“

IPPNW (Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzt*innen in sozialer Verantwortung) hat ein Policy Paper zum Ukrainekrieg „Spannungsabbau und Risikoreduktion: Für konventionelle und nukleare Abrüstung“ veröffentlicht. Die Organisation will damit einen Beitrag zu einem Politikwechsel leisten: Weg von der Rüstungseskalation und hin zu Diplomatie und Entspannungspolitik. In dem Papier setzt sich die IPPNW mit grundlegenden Fragen von Diplomatie und Verhandlungen und Abrüstungsverträgen auseinander und entwickelt Empfehlungen an die Bundesregierung.

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Micha Deutschland: „Zu-Frieden – Aufbrechen in eine andere Welt“

Micha Deutschland hat eine neue Kampagnenbroschüre „Zu-Frieden – Aufbrechen in eine andere Welt“ sowie neues Gottesdienstmaterial für Gemeinden veröffentlicht. Beides lädt dazu ein, Frieden neu zu entdecken: als Sehnsucht, als Auftrag und als Hoffnung, die über das Beenden von Kriegen hinausgeht.

Leser*innen finden darin inspirierende Impulse, theologische Denkanstöße und praktische Ideen, wie Frieden und Gerechtigkeit in Glauben und Alltag Gestalt gewinnen können.

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Gemeinsame Sicherheit heute! Manifest für den Frieden. Hg. von Gernot Erler, Ralf Stegner. Neu-Isenburg: Westend 2026

Im Juni 2025, zwei Wochen vor dem SPD-Bundesparteitag, veröffentlichten die SPD-Friedenskreise ein Manifest „Friedenssicherung in Europa durch Verteidigungsfähigkeit, Rüstungskontrolle und Verständigung“. Das Manifest, das eine heftige öffentliche Debatte auslöste, konnte in der Kürze keine differenzierte Analyse bieten. Das Buch liefert sie jetzt nach. Zwölf Kapitel und drei Zwischenrufe, verfasst unter anderem von Rolf Mützenich, Michael Müller, Hans Misselwitz, Wolfgang Biermann, Arno Gottschalk, Ute Finckh-Krämer und anderer Autoren des Manifestes, führen die Leitidee des Palme-Berichts von 1982 durch die Gegenwart: Sicherheit nicht vor dem Gegner, sondern mit ihm.

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Frieden braucht Mut und Gestaltung. Plädoyer für eine Kultur des Friedens, für eine Stärkung der Vereinten Nationen, der UN-Charta und des Völkerrechts. Hg. von Rolf Bader. Frankfurt a. M.: Wochenschau 2026

Das von Rolf Bader, dem ehem. Geschäftsführer der Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzt*innen in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW), herausgegebene Buch analysiert die Risiken, die mit der aktuellen Sicherheitspolitik und der militärischen Aufrüstung verbunden sind. Es liefert Denkanstöße für eine Friedensgestaltung und zeigt Wege auf, wie über Diplomatie und Krisenprävention Konflikte entschärft werden könnten. Das Konzept der Friedenslogik wird vorgestellt und friedenslogisches Handeln erklärt.

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Service Informationen und Berichte

Ausschreibung EIRENE: Methodische Vorbereitung und Moderation des Koordinationstreffens 2026 gesucht

Bitte schicken Sie Ihr Angebot unter Angabe Ihrer finanziellen Vorstellungen zuzüglich Ihrer vollständigen Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse) in einer pdf-Datei mit einer maximalen Größe von 8 MB unter dem Kennwort „Moderation Koordinationstreffen 2026“ bis zum 6. Oktober 2026 an bewerbung@eirene.org . Auswahlgespräche werde in der darauffolgenden Woche (42.Kalenderwoche) geführt.

Bei Fragen steht Ihnen Herr Kraus unter 02631-8379-29 zur Verfügung.

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„Ein Nobody gegen Putin.“ Ein Film von David Borenstein und Pawel Talankin

Pavel „Pasha“ Talankin war Lehrer und Videograf an einer Schule in Karabasch, einer Industriestadt im Ural. Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine veränderte sich der Schulalltag grundlegend. Patriotische Unterrichtseinheiten, Fahnenappelle und militärische Rituale hielten Einzug. Pasha erhielt den Auftrag, diese Entwicklung für die Behörden mit seiner Kamera zu dokumentieren. Während er die offiziellen Bilder filmte, begann er zugleich heimlich festzuhalten, wie sich seine Schule Schritt für Schritt zu einem Instrument staatlicher Propaganda und Militarisierung entwickelte und wie Kinder und Jugendliche auf Krieg und Gehorsam vorbereitet wurden. Über zwei Jahre konnte Pasha diesen Wandel dokumentieren.

Aus diesem außergewöhnlichen Material entstand der Dokumentarfilm „Ein Nobody gegen Putin“, der in diesem Jahr mit dem Oscar und dem BAFTA in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ ausgezeichnet wurde.

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Impressum

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Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe: 28.10.2026
Nachdruck und Verteilen erlaubt; Hinweise erbeten.

Herausgeber:

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agdf@friedensdienst.de
Internet: www.friedensdienst.de
Redaktion: Jan Gildemeister; Wilhelm Maier

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