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AGDF Aktuell

 

Mitgliederrundbrief

Nr. 290 September 2025

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Inhalt dieser Ausgabe
  • Vorwort
  • Nachrichten aus dem Dachverband
  • Ökumenische Friedensarbeit
  • Politische Aktionen
  • Tagungen und Kongresse
  • Politische Bildung und Qualifizierung
  • Kriegsdienstverweigerung
  • Service Informationen und Berichte
  • Stellenausschreibungen
  • Kontakt und Impressum
 
Vorwort

Moin, moin,
liebe Freundinnen und Freunde,

ist es Zufall, dass im sog. politischen Sommerloch Forderungen in den Medien sehr große Aufmerksamkeit bekamen, die zulasten von denjenigen gehen, die selbst keine große Lobby haben und am Ende unserer „Nahrungskette“ sind? Oder ist es dem Zeitgeist geschuldet? Entspricht es der Denke derjenigen, die in den Medien Entscheidungen treffen?

Mich belastet jedenfalls, wie über Geflüchtete, Bürgergeldempfänger*innen oder über eine Reform der Sozialsysteme geschrieben und geredet wird. Die Regeln und die Praxis im Umgang mit Geflüchteten werden immer inhumaner. Bei Bürgergeldempfänger*innen wird Einsparpotential gesehen, zumal sie ja sowieso Großteils nicht arbeiten wollen. Die Sozialsysteme sollen durch eine längere Lebensarbeitszeit, Leistungskürzungen und „Eigenbeiträge“ der Versicherten entlastet werden – alles Vorschläge, die letztlich zulasten derjenigen gehen würden, die mit einem geringen Einkommen klarkommen müssen.

Vorschläge, die für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen würden, die zu höheren Staatseinnahmen führen würden – und sei es nur durch den Abbau klimaschädlicher Subventionen – werden sofort abgebügelt, u.a. mit dem Hinweis auf die Koalitionsvereinbarung von Union und SPD. Diese öffentliche Debatte flankiert die von der Bundesregierung vorgelegten Entwürfe für den Bundeshalthalt 2025 und 2026. Am Auffälligsten ist dort, dass für Verteidigung, Innere Sicherheit und die Wahlversprechen der CSU (Union) ausreichend Mittel vorgesehen sind und vor allem bei der Entwicklungshilfe und der humanitären Hilfe Milliarden eingespart werden sollen – also wieder zulasten der Schwächsten, dieses Mal im Globalen Süden. Es ist fast schon absurd, dass sich der Finanzminister, übrigens von der SPD, für letzteres fast entschuldigt hat.

Es ist sehr schwierig als Zivilgesellschaft, dem etwas entgegenzuhalten, Aufmerksamkeit zu bekommen. Für mich ist es wichtig, solidarisch zu sein und auch die Anliegen mitzudenken und ggf. zu unterstützen, die nicht im Zentrum der eigenen Arbeit stehen. Denn letztlich sind wir im gleichen Boot.

Viel Erfolg und Spaß bei und neben der Arbeit wünscht Ihnen und Euch auch im Namen der Geschäftsstelle.
Schalom

Jan Gildemeister

 
Nachrichten aus dem Dachverband
Vorstand

Der Vorstand tagt wieder im Vorfeld der Mitgliederversammlung am 25. September in Hamburg.

Mitgliederversammlung

Die kommende Mitgliederversammlung tagt am 16 September online zum Jahresbericht 2024 und Finanzen und am 26./27. September in Hamburg. Die Einladung an die Mitglieder ist erfolgt. Bereits am 25. September abends hält Dagmar Pruin einen Festvortrag anlässlich der 25. Dienstjubiläums von Jan Gildemeister als AGDF-Geschäftsführer.

Fachbereichsitzungen

Die drei Fachbereiche treffen sich im Vorfeld der Mitgliederversammlung am 24./25. September ebenfalls in Hamburg.

Geschäftsstelle

Am 1. September nimmt Gunna Bendfeldt die Arbeit als Assistentin (Sachbearbeiterin) in der Servicestelle für internationale Freiwilligendienste der Konferenz evangelischer Freiwilligendienste (KeF) ihre Arbeit auf. Wir freuen uns auf sie und ihre Mitarbeit!

 
Ökumenische Friedensarbeit
ÖRK unterzeichnet Gemeinsame interreligiöse Erklärung zum 80. Jahrestag des erstmaligen Einsatzes von Atomwaffen

im August 2025

Der Ökumenische Rat der Kirchen und Dutzende weitere Organisationen haben eine Gemeinsame interreligiöse Erklärung zum 80. Jahrestag des erstmaligen Einsatzes von Atomwaffen unterzeichnet. Die Erklärung fordert Frieden, die Abschaffung von Atomwaffen und Gerechtigkeit. „Auch wenn die Herausforderungen immens sind, ist es jetzt an der Zeit zu bekräftigen, dass ein anderer Weg möglich ist: ein Weg, der auf Solidarität, Menschenwürde und Hoffnung basiert“, heißt es in der Erklärung. „Der 80. Jahrestag der Atombombenabwürfe bietet einen entscheidenden Moment, um unsere Prioritäten neu zu überdenken.“

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Politische Aktionen

AGDF-Mitglied

Macht mit: Briefaktion gegen Kürzungen bei Entwicklungszusammenarbeit

Globale Gerechtigkeit und Solidarität stehen politisch unter Druck. Die geplanten Kürzungen bei Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe bedrohen Existenzen: Hilfsorganisationen geraten in Not, zivilgesellschaftliche Räume schrumpfen, lebenswichtige Projekte müssen vielleicht eingestellt werden.

Gleich zwei Bundeshaushalte – für 2025 und 2026 – werden jetzt im Bundestag verhandelt. Beide sehen Kürzungen bei der globalen Solidarität vor. Der Entwurf für 2026 liegt nun vor und wird in den kommenden Wochen verhandelt, bevor im September die erste Lesung im Bundestag stattfindet.

Gemeinsam mit VENRO – Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen ruft NETZ - Partnerschaft für Entwicklung und Gerechtigkeit dazu auf, Briefe an Bundestagsabgeordnete zu schreiben – vor allem an Abgeordnete der Regierungskoalition aus SPD und CDU/CSU. Dokumentiert bitte wen ihr kontaktiert habt hier in einer Umfrage von VENRO.

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Andere

Aktionswochen gegen Mittelstreckenwaffen

ab 1. September 2025

Die vom Aktionsbündnis atomwaffenfrei.jetzt initiierte Kampagne “Friedensfähig statt erstschlagfähig: Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!” ruft zu Aktionswochen gegen Mittelstreckenwaffen ab dem 1. September auf. Grund dafür ist, dass im Herbst im Bundestag mit der Anschaffung von Typhon-Startsystemen voraussichtlich wichtige Weichenstellungen vorgenommen werden sollen, um die Stationierung neuer landgestützter Mittelstreckenwaffen zu ermöglichen. Ziel der Kampagne ist es, möglichst viele Aktionen gegen Mittelstreckenwaffen bis zum Jahresende zu organisieren und zu unterstützen.
Außerdem stellt die Kampagne eine Musterrede zum Antikriegstag am 1. September zur Verfügung. Wenn du das Thema Mittelstreckenwaffen bei der Antikriegstagsveranstaltung in deiner Stadt einbringen möchtest, aber dir unsicher bist, was du sagen sollst, nutze gerne die Musterrede.

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Demonstration: NATO-Atomkriegsmanöver 2025 stoppen!

11. Oktober 2025, Nörvenich

Im Oktober wird sich die Bundeswehr wieder an der NATO-Atomkriegsübung „Steadfast Noon“ beteiligen. Im Rahmen dieses Manövers wird geprobt, wie man Atombomben am Einsatzziel abwirft. Das Atomkriegsmanöver dokumentiert in erschreckender Weise die Bereitschaft der NATO und der Bundesregierung, im „Ernstfall“ einen Atomkrieg zu führen. Dagegen wird ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis protestieren!

Bitte helft jetzt bei Bewerbung und Verbreitung des Demo-Aufrufs der veranstaltenden Organisationen (Friedensgruppe Düren, Aktionsbündnis „atomwaffenfrei jetzt“, DFG-VK NRW, Netzwerk Friedenskooperative, DFG-VK Köln, IPPNW Köln, VVN-BdA Aachen und das Antikriegsbündnis Aachen). Der Aufruf kann und soll namentlich unterzeichnet werden. Alle Aufruf-Unterzeichnenden werden in der Endfassung des Aufrufes genannt. Schickt deine Aufrufunterzeichnung bis spätestens zum 16. September 2025 mit Namen und Ortsangabe formlos per Mail an martin.singe@t‑online.de und im cc an ArminLauven@gmx.de.

Spenden (auch ohne Unterzeichnung) sind dringend erwünscht.

Die Organisator*innen haben einen Flyer erstellt und bittet um deine Unterstützung bei der Mobilisierung. Bitte hilf bei der Bekanntmachung der Demo und fordere hier die Mobi-Flyer zur Demo gegen die Atomkriegsübung Steadfast Noon an. 

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Tagungen und Kongresse
KoPi-Konferenz "Deutschlands Verantwortung für einen gerechten Frieden in Palästina und Israel"

5. – 6. Dezember 2025

Die Nachrichten sind grauenhaft: offenbar bewusst herbeigeführte Hungersnot in Gaza; mehr als 90% der über 2 Millionen Bewohner des Küstenstreifens auf der Flucht; permanente Bombardierung und Beschuss der Bevölkerung, mindestens 60.000 Menschen sind so bereits getötet worden, darunter sehr viele Kinder, und offenbar gezielt Journalisten und Gesundheitspersonal. Und Deutschland liefert immer noch Waffen. (Zugesagte Lieferungen laufen weiter, nur neue Lieferungen will die Bunderegierung bis auf weiteres verweigern, soweit diese dem Kriegsschauplatz Gaza zuzuordnen sind.)
Der Internationale Gerichtshof in Den Haag verhandelt auf Klage Südafrikas gegen Israel wegen des Verdachts auf Völkermord - auch gegen Deutschland wurde wegen der Waffenlieferungen Klage wegen Beihilfe eingereicht, über deren Zulassung noch nicht entschieden wurde.
Bei der geplanten Konferenz des Deutschen Koordinationskreises Palästina Israel (KoPI) werden Expert*innen über die Lage referieren, wie etwa Francesca Albanese, Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen über die besetzten palästinensischen Gebiete. Und es werden sowohl Sprecher der Palästinensischen Gemeinde als auch der Jüdischen Stimme für einen gerechten Frieden über ihre Erfahrungen mit obrigkeitlichen Behinderungen in unserem Land berichten, und über ihre Ziele und Vorschläge für einen gerechten Frieden. Beim Abschlussplenum wird es um die Strategie-Beratung gehen, um Lösungsoptionen - unter Einbeziehung von kritischen Wissenschaftler*innen und Diplomaten.
Nähere Informationen zu der Konferenz werden folgen.

Inclusive Peace: Resisting the Backlash, Strengthening Participation

16. September 2025, Berlin

Inklusive Beteiligung ist ein zentraler Faktor für nachhaltigen Frieden – bleibt aber strukturell eingeschränkt und zunehmend politischem Widerstand ausgesetzt. Der Berliner Sommerdialog 2025 der Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:) widmet sich den aktuellen Herausforderungen inklusiver Friedensprozesse und fragt nach Handlungsspielräumen angesichts eines internationalen Backlashs gegen Gleichstellung und Teilhabe.

Die Veranstaltung bietet Raum für Austausch, Reflexion und die Entwicklung konkreter Ansätze für eine inklusive Friedensförderung. (Konferenzsprache: Englisch)

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Politische Bildung und Qualifizierung

Konflikte verstehen – Kompetenzen erweitern, Handlungsfähigkeit stärken. Grundkurs Konfliktbearbeitung für Menschen, die in Deutschland Rassismus erfahren

ab 30. Oktober 2025

Der Kurs von AGDF, Friedenskreis Halle und KURVE Wustrow richtet sich an Menschen, die in Deutschland leben und Rassismus erfahren. Die Teilnehmenden lernen, wie sie mit sozialen Konflikten in ihrem beruflichen, privaten und sozialen Leben umgehen und erweitern ihre Fähigkeiten im konstruktiven Umgang mit Konflikten.

Teilnahmevoraussetzungen sind ein Mindestalter von 21 Jahren und Sprachfähigkeiten in einer der Kurssprachen Deutsch oder Englisch oder Arabisch.

Weitere Informationen auf Deutsch, Englisch und Arabisch

„Gewaltfrei gegen Rechtsextremismus“ - Workshopreihe 2025 – 2026

ab 17. September 2025

Gewaltfrei gegen Rechtsextremismus – das bedeutet klare Grenzen zu setzen und Dialogräume zu eröffnen. Das Ziel ist, sprach- und handlungsfähig im Alltag zu werden. Demokratie zu gestalten braucht Engagement – das Engagement muss gewürdigt und geschützt werden. Wir möchten ermutigen und befähigen, rechtsextremistischen Äußerungen und Handlungen aktiv und gewaltfrei entgegenzutreten.
In der Workshopreihe des gewaltfrei handeln e.V. werden in drei Online-Workshops (jeweils 2,5 Stunden, von 17.30 Uhr bis 20 Uhr), die grundlegenden Ansätze und Konzepte dargestellt und reflektiert. In einem Präsenzseminar (2,5 Tage; Freitag, 17 Uhr bis Sonntag, 15 Uhr) im Januar 2026 soll die eigene Handlungsfähigkeit in den Blick genommen und gestärkt werden: Was können wir konkret tun?
Jede Veranstaltung kann auch einzeln belegt werden. Bei Teilnahme an allen Veranstaltungen gibt es einen Rabatt von 25%.

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Publikationen

Dominic Kloos: Gesellschaftskritik und Theologie – Versuche aus den Studienjahren in Koblenz und Vallendar, AJZ-Verlag 2025.

Eine leid- und zeitempfindliche Theologie steht im Zentrum der neuen Buchveröffentlichung des Ökumenischen Netzes Rhein-Mosel-Saar. Statt die autoritärer und repressiver werdenden Herrschaftszusammenhänge achselzuckend hinzunehmen, für alternativlos zu erklären oder sogar religiös aufzuladen, wäre die Unterscheidung von Gott und Götzen angesagt: Erst eine an die Wurzel gehende Kritik der kapitalistischen Weltgesellschaft kann Wege einer Transzendierung bahnen, d.h. eines Überschreitens eines ‚Immer weiter so‘ im Rahmen eines verschlossenen Pragmatismus.
Götzenkritik mit Zeitindex, die heute mit der Kritik des kapitalistischen Ganzen in seiner Krise verbunden sein muss, ist Voraussetzung für die Suche nach Wegen der Befreiung aus der Abgeschlossenheit eines ‚Weiter-so’ von Herrschaft und Unterwerfung. In diesem Buch, das zehn Texte des Netz-Referenten Dominic Kloos beinhaltet, wird dieser götzenkritische Ansatz verfolgt und auf verschiedene theologische Disziplinen und Themen bezogen.

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Zeitung gegen den Krieg

Die 60. Ausgabe der „Zeitung gegen den Krieg“ (ZgK), herausgegeben vom Büro für Frieden und Soziales (BFS e.V.), ist erschienen und steht damit für den Antikriegstag und die Großdemonstrationen am 3. Oktober 2025 in Berlin und Stuttgart zur Verfügung. Im Mittelpunkt stehen Artikel zur Wehrpflicht, zur Aufrüstung und zum Genozid der israelischen Regierung im Gaza-Streifen.

Zum Download

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Kriegsdienstverweigerung

Ausstellung: „Franz und Franziska: Es gibt keine größere Liebe. Die Eheleute Jägerstätter und das Martyrium des Gewissens“

13. September – 20. Oktober 2025, Bruchsal

Die Ausstellung der Kulturinitiative e.V. ist dem Andenken an das Ehepaar Jägerstätter gewidmet: Franz Jägerstätter, den die katholische Kirche seit 2007 als Seligen würdigt, weigerte sich, für das NS-Regime in den Krieg zu ziehen. Er wurde wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ zum Tode verurteilt und 1943 hingerichtet. Franziska Jägerstätter respektierte die Entscheidung ihres Mannes und gab ihm durch ihren Glauben Kraft, seinem Gewissen zu folgen.

Die Kulturinitiative freut sich, sie insbesondere auch zur Eröffnungsveranstaltung am 21. September begrüßen zu dürfen.

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Impressum

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Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe: 26.09.2025
Nachdruck und Verteilen erlaubt; Hinweise erbeten.

Herausgeber:

AGDF e.V., Endenicher Str. 41, 53115 Bonn Tel. 0228-24999-0, Fax 24999-20
agdf@friedensdienst.de
Internet: www.friedensdienst.de
Redaktion: Jan Gildemeister; Wilhelm Maier

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